Katholische Gemeinden

Konzept gegen sexualisierte Gewalt

HERTEN - Gemeinsam machen sich die drei Pfarreien St. Antonius aus Herten, Liebfrauen aus Recklinghausen und St. Joseph aus Oer-Erkenschwick auf den Weg. Ihr Ziel: Sie wollen für ihre Gemeinde ein so genanntes Institutionelles Schutzkonzept – kurz ISK – erarbeiten. Die Schutzkonzepte, die alle Pfarreien des Bistums Münster erstellen, sollen Maßnahmen festlegen, die das Risiko sexualisierter Gewalt in den kirchlichen Einrichtungen vor Ort senken.

Zum zweiten Mal traf sich nun die Projektgruppe, der Vertreter aus den einzelnen Pfarreien angehören. Gleich zu Anfang stellten sie klar, dass das Thema „Prävention“ keine Reaktion auf die Studie sei, die die Bischofskonferenz zum Thema Missbrauch in Auftrag gegeben hatte. „Das Thema gab es auch vorher schon in den Gemeinden. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass viele Ehrenamtliche inzwischen an der zweiten Präventionsschulung teilnehmen. Das müssen sie nach fünf Jahren“, klärte Dechant Norbert Mertens auf. Mit dem ISK sei man nun auf einem weiteren Weg. „Wir gucken, was wir noch verbessern können“.

In erster Linie gehe es darum, Haupt- und Ehrenamtliche in Gruppen vor Ort weiter für die Themen „grenzverletzendes Verhalten“ und „sexualisierte Gewalt“ zu sensibilisieren und eine klare Regelung zu formulieren.

Alle Aktiven sind eingebunden

Von den Treffen nehmen die Teilnehmer Arbeitsaufträge mit in ihre Gemeinde und geben die Informationen weiter. „Wir wollen möglichst viele Gruppen, Vereine und Verbände bei der Erstellung des Konzeptes einbinden“, sagte Pastoralreferentin Britta Ortmanns aus Herten. Angesprochen werden alle Aktiven, die in irgendeiner Weise mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen. Dazu gehören Ehrenamtliche wie auch Hauptamtliche.

Begleitet wird die Projektgruppe von Yvonne Rutz, Präventionsfachkraft beim Bistum Münster und für die Region Recklinghausen zuständig. „Die Begleitung über den gesamten Zeitraum ist uns eine große Hilfe. Ich hoffe, dass das Konzept bis Ostern fertig ist, wenn wir konstant daran arbeiten“, sagte Norbert Mertens zum zeitlichen Rahmen. „Es ist viel Arbeit, aber es ist wichtig und notwendig, ein Konzept zu erstellen“, bestätigte auch Nicole Bendzko, Leiterin der Kita St. Barbara in Recklinghausen.

Einheitliche Wege werden festgelegt

Im zweiten Teil des jüngsten Treffens ging es um weitere Informationen, um die Themen Beschwerdewege und Erfahrungen bei der Risikoanalyse. „Insgesamt ist es bei dem Schutzkonzept wichtig, dass es handhabbar bleibt“, erklärte Yvonne Rutz den Teilnehmerinnen. In den Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass es notwendig ist, einheitliche Wege festzulegen. „Wie sieht es mit den Zuständigkeiten aus? Wer muss welche Zertifikate oder ein Führungszeugnis vorlegen? Ist der Besuch von Präventionskursen auch für Katecheten Pflicht? Wie sieht es in den Kindergärten oder den Zentralrendanturen aus?“, fragte Yvonne Rutz in die Runde. Viele Fragen tauchten in dem Gespräch auf. „Es ist gut, dass wir uns gemeinsam darüber austauschen“, betonte Judith Pieper, Pastoralreferentin in Liebfrauen Recklinghausen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Erdwall an der Autobahn aufgeschüttet - ist das der ersehnte Lärmschutz?
Erdwall an der Autobahn aufgeschüttet - ist das der ersehnte Lärmschutz?
Verurteilter Missbrauchstäter blieb als Seelsorger in Recklinghausen im Amt
Verurteilter Missbrauchstäter blieb als Seelsorger in Recklinghausen im Amt
Autofahrer verletzt Chihuahua schwer - und fährt einfach weiter
Autofahrer verletzt Chihuahua schwer - und fährt einfach weiter
Gasaustritt sorgt für komplizierten Feuerwehreinsatz auf dem ehemaligen Buga-Gelände
Gasaustritt sorgt für komplizierten Feuerwehreinsatz auf dem ehemaligen Buga-Gelände

Kommentare