KGHL feiert

Sause in der Schwarzkaue

HERTEN-LANGENBOCHUM - Der von Raketen begleitete Ruf nach den einzelnen Show-Acts auf der Bühne und im Publikum lautete: „Das war spitze!“ Und spitze war nach Meinung des närrischen Volkes die komplette Sause der Karneval Gesellschaft Herten-Langenbochum (KGHL) am Samstag in der ausverkauften Schwarzkaue auf Schlägel & Eisen.

Hier, an dem Ort, an dem noch vor wenigen Jahren die Kumpels nach harter Schicht ihre dreckigen Klamotten an die Haken hängten, war der passende Ort, um nach Entbehrungen und Schufterei unter Tage, im Büro, in den Fabriken oder im Jobcenter das unbeschwerte Leben zu feiern. Egal, ob schrill und fantasievoll oder eher zurückhaltend kostümiert – jeder Narr feierte ausgelassen. Ruhig auf den Stühlen hielt es niemanden. Gefeiert, beklatscht und bejubelt wurden sie alle: das Prinzenpaar Herbert I. (Weidemann) und Manuela I. (Bartczak), die Funkenmariechen, die Trommler und Bläser, die wieder auferstandenen ABBA, die Männer in der Sauna, der Tänzer mit dem nackten Po beim Opernball und alle anderen Höhepunkte mehr.

Erst kocht der Saal, dann läuft er über

Während die Frauen der KGHL in glitzernden Anzügen einschließlich Schlaghosen und mit einem ABBA-Medley den Saal zum Kochen brachten, sorgten spärlich bekleidete Herren dafür, dass er überlief. Die Zwerchfelle seiner Zuhörer strapazierte der Komiker und Parodist Sven Bensmann mit gesungenen Witzen und gesanglich hervorragenden Parodien auf Louis Armstrong, Peter Maffay und Michael Jackson. Wie schon zwei Tage zuvor bei der Weiberfastnacht der Siebenbürger gab Schlagersängerin Bianca wieder einmal alles. Ihr Repertoire deutscher Schlager füllte die Tanzfläche und veranlasste zum Mitsingen. Ob Achim Petry tatsächlich das Glanzlicht der gelungenen Karnevalssause war, sei dahingestellt – vom Bekanntheitsgrad her war er es sicherlich. Als Schluss-Act brachte er den Saal vor allem mit Songs seines berühmten Vaters Wolfgang zum Brodeln, und spätestens bei der Ruhrpott-Hymne „Wir sind das Ruhrgebiet“ gab es kein Halten mehr.

Sichtlich zufrieden mit der Veranstaltung seines noch recht jungen Vereins meinte KGHL-Vorsitzender Martin Hoffmann: „Am meisten freut mich, dass wir wieder Alt und Jung ansprechen konnten. Inzwischen haben wir schon über 70 Mitglieder, viele davon noch sehr jung. Noch heute wurde ich von einigen nach Aufnahmeanträgen gefragt. Zukunftssorgen brauchen wir uns jedenfalls nicht zu machen.“

Rubriklistenbild: © h.stanberger

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