Landgericht Bochum

Hertener droht Zwangseinweisung in die Psychiatrie

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HERTEN/BOCHUM - Nach einer Serie von mutmaßlichen Gewaltausrastern steht die Freiheit eines psychisch kranken Herteners seit Donnerstag auf dem Prüfstand. Vor dem Bochumer Landgericht geht es um Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Widerstand – und um eine mögliche Zwangseinweisung des 25-Jährigen in die Psychiatrie.

Staatsanwalt Stephan Mark hält den Beschuldigten für „gefährlich und unberechenbar“. In Zusammenhang mit Vorfällen wurde der 25-Jährige von vornherein als absolut schuldunfähig eingestuft. Hintergrund ist laut Staatsanwaltschaft eine paranoid-schizophrene Erkrankung, die sehr wahrscheinlich auf exzessivem Drogenmissbrauch beruht. Statt ins Gefängnis soll der Hertener daher auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Klinik für Straftäter eingewiesen werden.

Insgesamt geht es im Prozess vor der 16. Strafkammer um sechs Zwischenfälle zwischen Juni 2017 und Mai 2018. Nach dreijährigem Aufenthalt in einer geschlossenen Drogen-Entzugs-Therapieanstalt lebte der Beschuldigte seit März 2017 in einer Caritas-Wohneinrichtung für psychisch kranke Menschen in Herten. Dort soll er bereits nach wenigen Monaten immer wieder für mächtig Aufregung und Ärger gesorgt haben. Nicht nur einmal kam es seinetwegen zu Blaulicht-Einsätzen. So soll der Beschuldigte nachts einen Krankenpfleger mit der geballten Faust am Kinn attackiert und dazu gezwungen haben, den Strom in der Gemeinschaftsküche anzuschalten, um sich noch etwas kochen zu können.

Wenn Du nicht sofort Strom anmachst“, soll der Beschuldigte dem Pfleger angedroht haben, „werde ich dich verprügeln“. Zehn Tage später soll der 25-Jährige eine Mitbewohnerin in ihrem Zimmer auf unheimliche Art bedrängt haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er der Frau immer wieder kräftig mit dem Zeigefinger auf die Stirn getippt haben. Durch die Geste wollte er der Frau angeblich zu verstehen geben, dass er ihre Gedanken mit seinen steuern könne.

Neben einem Rauschgiftfund in seinem Zimmer und dem Gewaltausraster gegen ein hupendes Auto (Delle im Kotflügel), soll der 25-Jährige bei Polizeieinsätzen randaliert haben. Mal soll er („dabei einen Joint rauchend“) einen Polizeibeamten in seinem Zimmer attackiert und gegen die Wand geschleudert haben. Mal eine Polizistin mit einer Red-Bull-Dose beworfen haben. Zum Auftakt machte der 25-Jährige auf Anraten seines Verteidigers Björn Rüthers vom Schweigerecht Gebrauch. Urteil: frühestens am 11. September.

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