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Am Rande der Ried: Im Haus Backumer Straße 349 ist eine Obdachlosenunterkunft. In der rechten Haushälfte, Nr. 351, will die Diakonie ein Modellprojekt starten.

Modellprojekt

„Hausaufgaben“ zu erledigen

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HERTEN - Die Diakonie will Wohnungslose auf das Leben in einer eigenen Wohnung vorbereiten. Die Stadt prüft die Umsetzung des Projekts. Denn bevor dieses Modellprojekt, das den Arbeitstitel „Ambulant Betreutes Wohnen Plus“ trägt, im Haus an der Backumer Str. 351 an den Start gehen kann, müssen erst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Personell und konzeptionell steht dafür das Diakonische Werk im Kreis Recklinghausen. Wie berichtet, sollen Obdachlose, bei denen eine gute Chance besteht, dass sie wieder in einer eigenen Wohnung leben können, in der rechten, leer stehenden Haushälfte neben der Obdachlosenunterkunft an ein eigenständiges Leben herangeführt werden. Intensive Begleitung und individuelle Hilfepläne sollen das ermöglichen.

Renovierungen sind nötig

Baulich muss aber die Stadt Herten aktiv werden. In der vergangenen Woche gab es ein Gespräch zwischen Vertretern der Diakonie und der Stadt Herten, darunter Dirk Sopka (Fachbereichsleiter Soziales) und Hermann Pieper von den Hertener Immobilienbetrieben (HIB), denen das Gebäude gehört. Dabei wurde deutlich, dass die Beteiligten noch einige „Hausaufgaben“ zu erledigen hätten, sagt Dirk Sopka. „Das Gebäude muss renoviert werden“, erklärt der Fachbereichsleiter. Der vorhandene Wasserschaden sei zwar beseitigt, doch reicht das nicht. Bisher sei dort beispielsweise mit Elektro-Radiatoren geheizt worden, es sei also wohl eine neue Heizung erforderlich. Auch Wasserleitungen, die Fenster und das Dach seien zu prüfen, Letzteres auch mit Blick auf die Dämmung. Die Investitionskosten werden auf einen „unteren sechsstelligen Bereich“ geschätzt, sagt Dirk Sopka. Wobei hier nicht von einer Luxussanierung die Rede sei, sondern von einfacher Ausstattung.

Diakonie will das Gebäude mieten

Investiert ein Immobilienbesitzer in ein Gebäude, holt er sich das Geld meist auch über die Miete zurück. Die städtische Investition müsse ebenfalls refinanziert werden, so Sopka. Die Diakonie beabsichtigt, das Gebäude von der Stadt zu mieten. Sie müsse der Stadt gegenüber darlegen, welche Mieteinnahmen zu erwarten seien, erklärt der Fachbereichsleiter. Und die Stadt muss prüfen, wie das in die Finanzierung passt.

Sind alle diese Fragen geklärt, soll das Projekt – das in dieser Form im Kreis Recklinghausen einmalig ist – der Politik vorgestellt werden. Wird es beschlossen, gilt es, Aufträge an Handwerker zu erteilen. Mit einem Start in diesem Jahr ist nicht mehr zu rechnen. Dass das Projekt grundsätzlich sinnvoll ist, steht für den Fachbereichsleiter außer Frage. Man hole Menschen aus der Obdachlosigkeit und mache sie über betreutes Wohnen fähig, ein eigenständiges Leben zu führen. Dirk Sopka: „Wenn es funktioniert, ist das ein Projekt, das man nur begrüßen kann.“

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