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Eine Zukunftsvision der Motorworld mit Hotel und Ausstellungsräumen in der Rasenhängebank, gläsernem Verbindungsgang und einer Seilbahn auf die Halde.

Motorworld Zeche Ewald Ruhr

Ausgebremst durch das Fahrverbot?

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HERTEN-SÜD - Alle warten auf die Motorworld auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald. Jetzt sind die Bauanträge durch – und dennoch rollen keine Bagger.

Drei Jahre sind vergangen, seitdem die Macher der „Motorworld Zeche Ewald Ruhr“, die Unternehmer Marc Baumüller und Martin Rinke, vor 120 Gästen im Maschinenhaus Süd den Startschuss zum Bau des Mammut-Projekts gegeben haben. Doch passiert ist nicht viel Sichtbares seit jenem Medienspektakel, bei dem das Bild eines Mekkas für Auto-Fans unterm Förderturm beschworen wurde. Im Juli 2017 wurden die Bauanträge bei der Stadt Herten abgeliefert – eine Sackkarre voller Aktenordner, denn geplant ist Großartiges: beispielsweise ein Hotel sowie Werkstätten, Gastronomie und Ausstellungsräume in der riesigen Rasenhängebank, die derzeit vor sich hin gammelt.

2018 sollte ein Teil fertig sein

Anziehungspunkt für Ursprünglich sollte 2018 ein Teil des Komplexes fertig sein und Automobil-Liebhaber nach Ewald locken. Doch erst in diesen Tagen hat die Stadt die Baugenehmigung erteilt. Andreas Dünkel, Vorsitzender der Motorworld-Group, gibt sich erleichtert. Nun könnten Stück für Stück die umfangreichen Bauarbeiten beginnen. Er glaubt: „Das Gelände mit seiner zentralen Lage im Ruhrgebiet und mit der perfekten Anbindung an die verschiedenen Autobahnen wird sich zu einem wichtigen Anziehungspunkt für alle Motor-Fans im Ruhrgebiet und darüber hinaus entwickeln.“

Youngtimer vom Besuch in Herten abgeschnitten

Martin Rinke, Geschäftsführer der „Motorworld Zeche Ewald Ruhr“ klingt weniger zuversichtlich. Hintergrund seiner Bedenken: die jüngste Fahrverbot-Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen. Die Fahrverbote schließen auch Benzin-Motoren der Abgasnorm Euro 2 ein. „Das betrifft Autos mit Baujahr 2000 und älter“, erläutert Rinke. „Und genau diese so genannten Youngtimer bilden einen wesentlichen Teil jener Fahrzeuge, die wir brauchen, um unsere Motorworld erfolgreich zu betreiben.“ Da solche Autos vielleicht bald Verkehrsadern wie die A40 in Essen nicht mehr benutzen dürften, würden sie von einem Besuch in Herten regelrecht abgeschnitten. Auch sei nicht auszuschließen, dass bald noch andere Städte und Autobahnabschnitte mit Fahrverboten belegt würden. Vor drei Jahren sah die Welt noch anders aus. Da skizzierte Martin Rinke bei der Motorworld-Präsentation die Metropole Ruhrgebiet als „absolut Auto-affines Gebiet“. Er rief den Gästen zu: „Die Menschen hier lieben Autos!“ und lobte die „phänomenale Lage“ des Ewald-Geländes inmitten der Autobahnen 2, 43 und 42 als idealen Motorworld-Standort.

Explosion der Baukosten bereitet Probleme

Dass die Bauarbeiten auf Ewald noch nicht begonnen haben, hat aber laut Mitteilung der Investoren noch andere Gründe: nämlich die Explosion der Baukosten. „Der Bauboom mit seinen seit Monaten rapide steigenden Preisen macht es zur Zeit nicht einfach, vernünftige Angebote zu bekommen, die man auch schnell umsetzen kann“, klagt Andreas Dünkel. Summa summarum „keine schöne Ausgangssituation für dieses Projekt“, sagt Martin Rinke. Die Umsetzung könne sich weiter verzögern. Er sorge sich, könne „nicht einschätzen, was da noch kommt“. Der Mann, der auch Geschäftsführer des „Schalker Sportparks“ in Gelsenkirchen ist, sagt aber auch: „Angst, dass die Motorworld nicht kommt, habe ich nicht. Wir gehen unserem Plan weiter nach.“ Auch Pläne für die Nutzung des Kauen-Komplexes würden vorangetrieben.

Bürgermeister ist zuversichtlich

Bürgermeister Fred Toplak macht sich keine Sorgen, dass angesichts der beschriebenen Schwierigkeiten auf Ewald nichts geschieht. Schließlich hätten die Investoren bereits einige Millionen Euro investiert und die Motorworld-Group sei höchst erfolgreich in ihrem Element. Was die Fahrverbotsdebatte betrifft, so erwartet Toplak bald Kompromisse, denn: „Am Ende geht es um Arbeitsplätze.“

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