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Opulent und kunterbunt ist das Treiben auf der Bühne der FBW. Die Orientalische Nacht im Rahmen der Frauenkulturtage begeistert wie stets Tänzerinnen und Zuschauerinnen gleichermaßen.

Orientalische Nacht

Ein Feuerwerk aus Farben und Lebensfreude

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HERTEN - Ihr Credo lautet „Tanzen macht Frauen stark“. Orientalischer Tanz gehört für Claudia Springstubbe unbedingt zu den Frauenkulturtagen.

Fit und gesund hält das Tanzen die Frauen. Und außerdem machen die bunten Kostüme, Schleier, Tücher und Schmuck einfach Spaß. So blieb denn auch kein Stuhl frei im seit Wochen ausverkauften Saal der Freizeit- und Begegnungsstätte (FBW) an der Kuhstraße, als die Tanzgruppe der 51-Jährigen den Abend mit einem Tango eröffnete. Denn die 45 Damen, die unter Leitung von Claudia Springstubbe dreimal in der Woche in der FBW trainieren, haben viel mehr drauf als Bauchtanz und den orientalisch beeinflussten Tribal-Tanzstil. „Wir haben auch Klassik, Fantasy und Rock im Programm“, kündigte die Trainerin die fantasievollen und abwechslungsreichen Darbietungen der nächsten drei Stunden an, die zur Begeisterung der Zuschauerinnen folgten. Männer hätten möglicherweise die fröhliche Stimmung bloß getrübt. Und so waren nur die wenigen zugelassen, die sich bei der Technik und an den Kameras nützlich machen konnten.

Tanzen schafft Selbstbewusstein

„Meine Aufregung ist heute viel größer als sonst“, gestand Claudia Springstubbe, „denn wir konnten wegen einer Erkrankung erst im Januar mit den Proben für diesen Abend beginnen.“ Hätte die 51-Jährige es nicht gesagt, niemand wäre auf die Idee gekommen, dass die Show nicht monatelang vorbereitet gewesen wäre. Unter den restlos begeisterten Zuschauerinnen war Nicole aus Datteln-Horneburg, die mit einem festen Vorsatz nach Hause fuhr: „Ich habe früher selber in einer Gruppe getanzt. Das ist jetzt 20 Jahre her, aber nach dem heutigen Abend bin ich wild entschlossen, wieder anzufangen.“

Tänzerin Anna gehört seit 13 Jahren zu den Spingstubbe-Damen und empfiehlt, einen solchen Vorsatz auch unbedingt umzusetzen. Sie erklärt: „Das Tanzen schafft mehr Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und ein allgemein besseres Körpergefühl. Und wenn man sieht, dass andere Frauen auch nicht anders sind, schafft es eine starke Verbundenheit untereinander.“ Ihre Trainerin Claudia kann das nur unterstreichen, wenn sie sagt: „Frauen, die zum ersten Mal zu uns kommen, lehnen es mit Hinweis auf die Figur oder das Lebensalter meistens ab, jemals öffentlich aufzutreten. Schon nach zwei oder drei Stunden beginnen sie, darüber nachzudenken, und nach vier sind sie dabei.“

Zwischen 14 und knapp 70 Jahre alt sind die Damen in den bunten Kostümen und selbstsicher genug, um sich über die Schönheitsideale einer Heidi Klum nur zu amüsieren. Für die 56-jährige Doris aus Gladbeck war der Abend in der FBW gelebte Emanzipation und wichtiger Teil der Frauenkulturtage: „Schönheit lässt sich nicht messen, nur erleben. Und man erlebt sie durch die Ausstrahlung eines Menschen, seinen Auftritt und seine Bewegungen.“

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