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Am 23. Dezember 2016 entstand in der früheren Städtischen Realschule dieses Foto: DRK-Mitarbeiter bereiten die Unterkunft für den Standby-Betrieb vor, zum Beispiel werden die Betten hergerichtet.

Paschenberg

Zukunft der Flüchtlingunterkunft ist offen

Herten - Das Land NRW betreibt im Regierungsbezirk Münster derzeit drei große Unterkünfte für Flüchtlinge, die neu in Deutschland sind und noch nicht auf die Städte im Land verteilt wurden. Diese drei Einrichtungen in Ibbenbüren, Schöppingen und Rheine bieten insgesamt 1760 Erstaufnahmeplätze. Zu wenig. Deshalb blickt die Bezirksregierung jetzt auf ihre sogenannten „Standby-Unterkünfte“ in Marl, Herten und Bottrop.

„Standby“ bedeutet Bereitschaft. Die Einrichtungen sind nicht genutzt, aber voll ausgestattet: mit Betten, Tischen, Stühlen und allerlei Verbrauchsmaterial. Eine Inbetriebnahme wäre kurzfristig möglich.

In Marl geschieht das jetzt. Das frühere Kreisgesundheitsamt im Ortsteil Drewer war bis Juni 2017 als Landesunterkunft in Betrieb, wurde dann in den Standby-Modus versetzt. Im Januar 2019 soll die Einrichtung mit 250 Plätzen wieder starten. Das bestätigen auf Anfrage die Bezirksregierungen Münster und Arnsberg, die bei dem Thema kooperieren. In Kürze beginnt die Suche nach einem Betreiber. Diese Leistung muss ausgeschrieben werden.

Mietvertrag läuft bis Jahresende

Was aus der Hertener Landesunterkunft wird, ist noch offen. Im Gebäude der früheren Städtischen Realschule waren von Juli 2015 bis Dezember 2016 Flüchtlinge untergebracht – betreut vom Deutschen Roten Kreuz. Seither ist die Einrichtung mit 330 Erstaufnahmeplätzen im „Standby“. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte Andreas Winnemöller, Pressereferent bei der Bezirksregierung Münster, mit, dass aktuell nicht die Absicht bestehe, die Einrichtung in Betrieb zu nehmen. Das hängt auch damit zusammen, dass der aktuelle Mietvertrag mit der Stadt Herten vorerst nur bis zum 31. Dezember 2018 läuft. Ob das Mietverhältnis fortgesetzt oder ob die Einrichtung aufgegeben wird, sei offen, so Winnemöller. „Theoretisch kann der Vertrag immer weiter verlängert werden.“

Auf Anfrage unserer Zeitung konnte die Stadt Herten gestern noch nicht mitteilen, ob sie den Vertrag fortsetzen oder beenden möchte.

Für Bezirksregierung und Stadtverwaltung gäbe es Gründe, den Vertrag nicht zu verlängern. So kam schon 2016 zur Sprache, dass das Schulgebäude dem Sicherheitskonzept für Landesunterkünfte nur teilweise gerecht wird. Zum Beispiel ist es nicht möglich, ethnische Gruppen räumlich zu trennen, um Konflikte zu verhindern. Die Stadt Herten wiederum wollte das Gebäude eigentlich schon vor Jahren abreißen und westlich der Paschenbergstraße ein Neubaugebiet ausweisen. Dann plötzlich wurde es für Flüchtlinge gebraucht.

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