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Durch diese Spitzkurve um das sanierte Haus herum sollen nach dem Willen der Stadtspitze Autos fahren. Aus Sicht der SPD ist es dort zu eng.

Poltiker gegen Toplak-Idee

Autos in der Innenstadt sind wieder vom Tisch

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HERTEN-INNENSTADT - Nach der Markt-Privatisierung und dem Sportstättenkonzept bringt die Politik ein weiteres Vorhaben von Bürgermeister Toplak zu Fall. Der hatte sich dafür eingesetzt, Autos durch Vitusstraße, Ewaldstraße und Pastoratsweg fahren zu lassen, um die südliche Innenstadt zu beleben. Vor den dortigen Ladenlokalen sollten acht bis zehn Parkplätze entstehen.

Im Ratsausschuss für Stadtentwicklung stieß diese Idee auf mehr oder weniger starke Ablehnung. Mit einem klaren „Nein“ stimmte eine Mehrheit aus SPD, UBP und Grünen. „Ich sehe viele Nachteile und kaum Vorteile“, sagte SPD-Ratsherr Wolfgang Kumpf. Die Spitzkurve von der Ewaldstraße in den Pastoratweg sei so eng, dass ein Nebeneinander von Autos, Fußgängern und Radlern nicht möglich wäre. Am Pastoratsweg befinde sich zudem ein Weg zu einem Kinderspielplatz. Kumpf erinnerte an den Verkehrsversuch im Jahr 2002: „Das ging krachend in die Hose. Warum sollen wir es jetzt noch mal versuchen?“

Rückendeckung bekamen die Kritiker von Ralph Bernatz vom Naturschutzbund (Nabu). Er fürchtet einen „Parkplatzsuchverkehr, wie er heute auf dem Marktplatz zu beobachten ist.“ Sinnvoller sei es, die Fußgängerzone mit Bäumen aufzuwerten. Wie wichtig Grün in der Innenstadt sei, so Bernatz, habe der vergangene Hitze-Sommer deutlich gemacht.

Mit „Enthaltung“ stimmten CDU und Linke. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Grave erklärte: „Wir sind prinzipiell für die Öffnung der Fußgängerzone – aber unter der Prämisse, dass Dienstleistung, Handel und Handwerk angesiedelt werden.“ Solche Geschäfte, so Grave, würde man mit Parkplätzen unterstützen wollen. Tatsächlich seien an der Ewaldstraße aber jetzt ein Stadtteilbüro, der „Waldritter“-Verein, Bildungsträger und Cafés ansässig. Grave: „Parkplätze sind dafür nicht erforderlich – und für die Cafés sogar kontraproduktiv.“ Er beklagte, die Stadtverwaltung sei „völlig konzeptlos unterwegs.“

Auch Martina Ruhardt, Fraktionsvorsitzende der Linken, sagte in Richtung Stadtspitze: „Ich habe Probleme, Ihren geistigen Bocksprüngen zu folgen.“ Man habe nun tatsächlich für einige Ladenlokale neue Nutzer gefunden, etwa die „Waldritter“ mit ihrem geplanten Café. Mit Autos in der Innenstadt würde man diese Erfolge konterkarieren.

Das letzte Wort hat am 10. Oktober der Rat. Doch auch dort ist keine Mehrheit für die Öffnung zu erwarten.

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