Prozess-Auftakt

"Aus Versehen" mit Machete verletzt

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HERTEN - Vor dem Bochumer Landgericht hat am Mittwoch der Prozess um eine lebensgefährliche Macheten-Attacke in einem Hochhaus an der Schützenstraße begonnen. Angeklagt sind zwei Männer (25 und 27) aus Recklinghausen und Herne. Es geht um versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung.

Die beiden Angeklagten gaben gleich zu Prozessbeginn ihre Verwicklung in die Bluttat vom 3. März zu. „Es tut mir wahnsinnig leid, dass die Sache so eskaliert ist“, sagte der 25-Jährige. Der Chemie-Student aus Herne gab zu, bei einem heftigen Gerangel im 7. Stock des Hauses an der Schützenstraße das dort wohnende, spätere Opfer mit einer 40 Zentimeter langen Machete am Hals getroffen zu haben. Dieser Macheten-Treffer sei allerdings niemals beabsichtigt gewesen, denn eigentlich habe man den Hertener nach einem vorherigen Streit mit der Verlobten eines der Angeklagten nur einschüchtern wollen. „Auf keinen Fall war von vorneherein beabsichtigt, ihn zu schlagen, geschweige denn zu töten“, heißt es in der von Verteidiger Siegmund Benecken im Namen des 25-Jährigen verlesenen Geständnis-Erklärung. Und weiter: „Ich wollte ihn nur beeindrucken und Ruhe schaffen.“ Die Waffen (eine Machete und ein Totschläger) seien damals eigentlich auch nur aus dem Grund mitgenommen worden, weil man sich vor einem möglichen Angriff durch den Kampfhund des späteren Opfers wappnen wollte.

Angeblich gab es Streit um eine Einkaufstüte

Auch der Mitangeklagte aus Recklinghausen räumte seine Beteiligung an dem „Rache-Auftritt“ ein. Angeblich soll der Hertener kurz zuvor mit der Verlobten des Recklinghäusers wegen einer Einkaufstüte im Aufzug aneinandergeraten sein. Daraufhin habe er den Anwohner zur Rede stellen wollen. Nachdem dieser plötzlich mit einem Feuerlöscher und einem Spaten geworfen habe, sei der Streit vollkommen eskaliert. Laut Anklage erlitt der Hertener durch die Macheten-Attacke eine vier bis fünf Zentimeter lange Schnittwunde in der Nähe der Halsschlagader. „Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass der Mann durch den Schlag mit der Machete in die Halsregion nicht tödliche Verletzungen davon getragen hat“, heißt es in der Anklageschrift wörtlich.

Die Angeklagten sitzen beide in Untersuchungshaft. Als Zeichen der Entschuldigung und Wiedergutmachung ließen sie noch vor Prozessbeginn im Saal insgesamt 3000 Euro Schmerzensgeld in bar an Nebenklage-Anwalt Lars Volkenborn übergeben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © Thomas Nowaczyk

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