Raffinerie

Fackeln brennen noch mehrere Tage

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HERTEN - Ein Unwetter hat in der Raffinerie des Mineralölkonzerns BP in Gelsenkirchen-Scholven am Samstagnachmittag eine Störung verursacht. Das Hochspannungsnetz sei für einige Minuten ausgefallen, erklärte BP-Sprecher Peter Alexewicz gegenüber unserer Zeitung. Es seien sofort die Anlagen kontrolliert heruntergefahren worden und – wie in solchen Fällen üblich – die Fackeln angesprungen. Diese würden alle anfallenden Gase zu mehr als 99 Prozent verbrennen.

Durch den hohen Druck sei es in der Anfangsphase aber womöglich zu einer „unsauberen Verbrennung“ gekommen, bei der Ruß und Gerüche entstehen können. Darüber hinaus erzeugen die Fackeln lautes Rauschen und einen kilometerweit sichtbaren Feuerschein am Himmel.

Gestank erinnert an Altöl und Gummi

Insbesondere die penetranten Gerüche zogen über Teile von Herten, Recklinghausen und Marl hinweg und waren sogar in Castrop-Rauxel noch wahrnehmbar. Menschen, die sich in der Geruchsfahne aufhielten, berichteten von einem Gestank, der an Altöl und Gummi erinnerte. Die Feuerwehr rief über die Warn-App „Nina“ (per Smartphone nutzbar) die Bevölkerung auf, Fenster und Türen zu schließen. Zugleich betonte sie, es bestehe keine Gesundheitsgefahr. Auch BP-Sprecher Peter Alexewicz sagte: „Unsere Umweltschutz-Abteilung hat sofort Luftmessungen vorgenommen. Es hat keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Unabhängig davon haben wir die Aufsichtsbehörden informiert.“

Kritische Kommentare

Im Internet-Netzwerk „Facebook“ sammelten sich Hunderte überwiegend kritische Kommentare, in denen bezweifelt wurde, das keine Gefahr bestehe. Einzelne Nutzer klagten über Atemwegsreizungen und Übelkeit. In Herten und Recklinghausen riefen mehrere Bürger die Feuerwehr, weil sie den Gestank nicht zuordnen konnten und fürchteten, in ihrem Haus sei Gas ausgetreten.

Bis Mitte dieser Woche werde es weiter zu Fackel-Aktivitäten kommen, kündigt Peter Alexewicz an. Die Anlagen würden Stück für Stück wieder in Betrieb genommen. Dabei würden Gase über die Fackeln verbrannt. In „Facebook“-Kommentaren kam die Frage auf, ob die Raffinerie kein Notstromaggregat habe. Doch, hat sie, erkärt Peter Alexewicz. Damit würden bei Störfällen alle Sicherheitssysteme aufrecht erhalten. Die eigentlichen technischen Anlagen benötigen aber so gewaltige Strommengen, dass ein Betrieb per Notstrom nicht möglich sei.

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