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Umstrittene Show: Robano Kübler mit einem seiner Tiger im „Moskauer Circus“.

Rats-Resolution

Widerstand gegen Tiere im Zirkus

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HERTEN - Kamele, Pferde, auch mal ein Elefant – Zirkusse mit solchen Tieren gastieren immer wieder auf dem Festplatz an der Fritz-Erler-Straße. Das wurde in der Vergangenheit nicht öffentlich kritisiert.

Das Gastspiel des „Moskauer Circus“ im Juni auf dem Gelände Schlägel & Eisen löste jedoch in Teilen der Bevölkerung und der Politik eine breitere Diskussion aus. Denn zum Ensemble gehörte Robano Kübler mit seinen fünf Tigern. Der Dompteur steht bundesweit in der Kritik von Tierschützern.

Nach dem Gastspiel forderte die SPD in einem Antrag an den Rat, dass die Stadt künftig keine Zirkusse mit Wildtieren (Tiger, Affen, Bären, Elefanten usw.) mehr zulassen solle. Solche Verbote gibt es zum Beispiel in Castrop-Rauxel und Düsseldorf.

Die Hertener Grünen gingen noch weiter: Sie formulierten eine Resolution, in der die Zurschaustellung von Tieren jeder Art (also auch Pferde usw.) abgelehnt wird. Die Fraktionsvorsitzende Martina Herrmann erklärte, dass Zirkustiere einen „Großteil ihres Lebens in engen Transportwagen“ verbringen und „erhebliches Leid erfahren“. Dass Zirkus auch ohne Tiere ein tolles Erlebnis sei, beweise der „Cirkus Roncalli“.

Der Hertener Rat beschloss die Resolution in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig. Sie ist allerdings rechtlich nicht bindend. Nach Darstellung der Stadtverwaltung ist ein städtisches Verbot höchst umstritten. Nach gängiger Rechtsprechung stelle es einen Eingriff in das Grundrecht der Berufsfreiheit der Zirkusunternehmer dar. Es müsse zunächst der Deutsche Bundestag ein gesetzliches Tierverbot beschließen.

Der Hertener Rat beauftragte daher die Stadtverwaltung, über den Städte- und Gemeindebund sowie über die NRW-Landesregierung und den Bundesrat auf die Bundesregierung Einfluss zu nehmen, damit diese ein Gesetzgebungsverfahren einleitet.

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