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Ungebremst raste der Wagen in die Bushaltestelle "Paulusstraße".

Staatsanwaltschaft stellt Antrag

Todesfahrer soll in die Psychiatrie

HERTEN / RE. - Am Tag nach dem schrecklichen Geschehen an der Hertener Straße in Recklinghausen erhärtet sich für Polizei und Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass der 32-jährige Hertener psychisch krank ist und sich selbst töten wollte.

Der Mann war am Donnerstagnachmittag in die Bushaltestelle "Paulusstraße" gerast. Eine 88-Jährige erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Sechs weitere Menschen wurden teils schwer verletzt, darunter auch der Fahrer.

Mittlerweile hat die Bochumer Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. Sie hat den Antrag gestellt, den Mann in eine psychiatrische Einrichtung einzuweisen. Mittlerweile hat der 32-Jährige das Krankenhaus verlassen, befindet sich aber weiter in Gewahrsam. Noch am Freitag soll ein Richter über den Antrag der Staatsanwaltschaft befinden.

"Einen Abschiedsbrief haben wir bei der Durchsuchung der Wohnung nicht gefunden", erklärte Staatsanwalt Dietrich Streßig am Vormittag auf Anfrage. Jedoch seien ärztliche Unterlagen sichergestellt worden, die den Verdacht nahe legen, dass der Mann psychisch krank war. "Derzeit werten wir die Unterlagen weiter aus", so Streßig. Hinweise auf einen islamistischen oder anderweitig extremistischen Anschlag hätten sich nicht ergeben.

Für die Polizei ist der 32-Jährige kein Unbekannter. Er ist wegen "kleiner bis mittlerer Delikte" in Erscheinung getreten, darunter wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Wagen mit überhöhter Geschwindigkeit in die Bushaltestelle gefahren ist. Wie schnell der Ford Focus fuhr, soll ein Gutachten klären.

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