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Um die Kreuzung von Polsumer und Backumer Straße sicherer zu machen, wurden im Herbst 2018 neue Markierungen und zusätzliche Schilder angebracht.

Unfallstatistik

1882 Mal hat es „gekracht“

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HERTEN - 1882 Mal hat es im vergangenen Jahr auf Hertens Straßen „gekracht“ – rein rechnerisch also fünf Mal pro Tag. Laut Verkehrsunfallstatistik der Polizei hat die Zahl der Unfälle damit im Vergleich zum Vorjahr um 127 (7,2 Prozent) zugenommen.

Zwei Faktoren spielen dabei laut Polizeidirektor Karl-Heinz Henn eine Rolle. Erstens: Steigende Zulassungszahlen – jedes Jahr kämen rund zwei Prozent mehr Fahrzeuge auf die Straßen. „Mehr Fahrzeuge, mehr Mobilität“, sagt Henn. Zweitens: Das gute Wetter – denn bei gutem Wetter seien erwiesenermaßen mehr Leute unterwegs. Henn: „Wenn man beides zusammenführt, hat man erste Ansätze dafür, warum die Zahl der Unfälle steigt.“

Unfallschwerpunkt Polsumer Straße

Zwei Unfallschwerpunkte weist die Statistik aus: die Kreuzung von Kurt-Schumacher- und Ewaldstraße sowie die von Polsumer und Backumer Straße. Während die häufigste Unfallursache in Herten-Mitte Fehler beim Abbiegen sind, kracht es in Scherlebeck meist beim Einbiegen und Kreuzen. Wie diese Zeitung berichtete, häuften sich dort insbesondere in der zweiten Jahreshälfte die Unfälle. Nach einem „Vor-Ort-Termin“ von Polizei und Ordnungsamt wurden mehrere Maßnahmen beschlossen – u.a. neue Markierungen und zusätzliche Schilder.

Entgegen dem Trend im Zuständigkeitsbereich der Polizei (Kreis RE und Bottrop), ist die Zahl der Verunglückten in Herten um 9 auf 188 gesunken. Auch die Zahl der Leichtverletzten sank um 17 auf 143, wohingegen die Zahl der Schwerverletzten um 9 auf 45 stieg. Fehler beim Abbiegen/Wenden waren die mit Abstand häufigste Unfallursache (41,1%), gefolgt von Vorfahrt-Fehlern (14,2%) und zu wenig Abstand (13,5%).

Radfahrer sind besonders gefährdet

Gefährlich ist es auf Hertens Straßen insbesondere für Radfahrer: 58 Menschen verunglückten auf dem Fahrrad (Vorjahr: 43), davon 12 Kinder (Vorjahr: 7). Bei den Jugendlichen halbierte sich die Zahl von 2 auf 1, bei den Senioren sank sie um 1 auf 12. „Wir werden die Radfahrer in Herten im Fokus haben“, kündigt Henn an. Die Polizei setzt auf eine Mischung aus Prävention, etwa der Radfahrausbildung in Schulen, und Repression, etwa dem Bußgeld fürs Fahren ohne Licht.

Kopfzerbrechen bereitet den Beamten die Zunahme der Unfallfluchten von 384 auf 442. Der Anstieg sei in Herten deutlich größer als in anderen Städten, sagt Henn. Warum das so ist, weiß auch der Leiter der Direktion Verkehr nicht. 18 Mal machten sich Unfallfahrer sogar aus dem Staub, obwohl jemand verletzt wurde (Vorjahr: 11). Die meisten hat die Polizei erwischt: Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten mit Personenschaden lag bei 88,9% (Vorjahr: 90,9%). „Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, sagt Karl-Heinz Henn. Unter anderem mit intensivierten Fortbildungen in Sachen Spurensicherung will die Polizei denen, die abhauen, noch besser auf die Spur kommen.

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