Ungewöhnliche Unfallflucht

Drogen, falsche Schilder, keine "Fleppe"

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HERTEN - Der Hartnäckigkeit einer Autofahrerin ist es zu verdanken, dass die Polizei einen besonders gravierenden Fall von Unfallflucht aufklären konnte. Vorangegangen war eine Verfolgungsfahrt, die in Herten-Süd begann und mit der Festnahme eines 19-Jährigen in Westerholt endete.

Laut Polizeiangaben fuhr am Dienstag gegen 17 Uhr ein zunächst unbekannter Fahrer eines weißen Mercedes auf der Wiesenstraße das Auto eines 31-jährigen Herteners an, als dieser ausparkte. Bei dem Unfall entstand ein Schaden von 1500 Euro.

Nach einem kurzen Gespräch flüchtete der Unfallverursacher. Eine Zeugin verfolgte den Flüchtigen, verlor ihn aber aus den Augen. Kurze Zeit später sah sie das Auto auf der Bahnhofstraße und verfolgte es. Als der Fahrer die Frau bemerkte, beschleunigte er und überholte äußerst riskant, sodass der Gegenverkehr stark abbremsen musste, um eine Kollision zu verhindern. Nahe der Langenbochumer Straße entkam der Fahrer erneut.

Die Frau hatte in der Zwischenzeit jedoch die Polizei informiert. „Es war gerade in diesem Fall sehr, sehr hilfreich, dass die Frau uns den Weg beschreiben konnte“, sagt Polizeisprecher Michael Franz auf Nachfrage. Denn so konnten die Beamten die Fahndung auf einen kleinen Bereich der Stadt eingrenzen.

Fahrer wird festgenommen

Sie fanden das Auto in Westerholt auf dem Parkplatz der Martin-Luther-Schule. Dort trafen die Polizisten auch auf den Fahrer, einen 19-jährigen Herner, und zwei Begleiter. Beide Beifahrer wurden nach Anhörung entlassen.

Bei dem Fahrer ergab sich der Hinweis, dass er Drogen konsumiert hatte. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Eine Überprüfung der Autokennzeichen ergab, dass diese als gestohlen gemeldet waren. Außerdem hat der 19-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis. Er wurde festgenommen, die Ermittlungen dauern an. „Er muss mindestens mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen“, sagt Michael Franz.

„Wir sind sehr froh, dass die Frau so gehandelt hat“, sagt der Polizeisprecher, betont aber auch: „Uns ist wichtig, dass man sich selbst dabei nicht in Gefahr bringt.“ Die Polizei über 110 informieren, Abstand halten und keine halsbrecherischen Manöver riskieren – so lässt sich sein Rat zusammenfassen.

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