Urteil

Brandstifter muss in die Entziehungsanstalt

HERTEN - Der Anwohner, der vor fünf Monaten an der Sophienstraße einen gefährlichen Kellerbrand gelegt hat, ist am Mittwoch wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde seine Einweisung in eine Entziehungsanstalt angeordnet.

Die Richter der 5. Strafkammer hielten es am Ende für unverantwortlich, dem Familienvater (35) seinen sehnlichsten Wunsch („Ich möchte so schnell wie möglich zu meinen Kindern zurück“) zu erfüllen. Dafür sei in letzter Zeit einfach zu viel passiert, dafür sei der drogenkranke Vater einfach zu unzuverlässig und unberechenbar. „Sie sind dafür einfach noch nicht stabil genug“, hieß es in der Urteilsbegründung am Bochumer Landgericht.

Richterin Isabel Hoffmann betonte beim Urteil noch einmal besonders das „hohe Gefährdungspotenzial“ des Kellerbrandes vom 11. September 2017. Immerhin sei auch eine Gastherme in unmittelbarer Nähe des Brandherdes im Waschkeller gewesen. Kaum auszudenken, was da hätte alles passieren können. Dass dann letztlich „nur“ ein vergleichsweise geringer Sachschaden entstanden sei, sei allein dem schnellen Einsatz von Passanten und der Feuerwehr zu verdanken.

Der Angeklagte hatte zugegeben, aus Verzweiflung über einen frischen Streit mit seiner Ehefrau zum Brandstifter geworden zu sein. Vollgepumpt mit synthetischen Drogen (bei seiner späteren Aufnahme in der Hertener LWL-Klinik lag der gemessene Amphetamin-Wert jenseits der Oberkante der Mess-Skala) hatte der 35-Jährige vormittags im Keller erst Benzin verschüttet und dann angezündet. Es kam zu einem explosionsartigen Brand. Die Deckenisolierung, einige Plastikrohre und Waschmaschinen wurden zerstört.

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