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Justizzentrum Bochum, Ostring, neuer Sitz von Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie Staatsanwaltschaft Bochum am 05.01.2018 . Foto: Thomas Nowaczyk

Verfahren wird gegen Geldauflage eingestellt

Keine klaren Beweise für Vergewaltigung in Hertener Schrebergarten

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HERTEN/BOCHUM - Mit einer Verfahrenseinstellung gegen eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro ist am heutigen Dienstag (21.5.) der Prozess um ein vermeintliches Vergewaltigungsdrama in einer Schrebergartenhütte im Hertener Norden zu Ende gegangen. Die Bochumer Richter sahen sich am Ende außerstande, eine sexuelle Gewalttat zweifelsfrei festzustellen.

Gänzlich ohne eine Sanktion ließen sie den 25-jährigen Angeklagten aus Recklinghausen dann aber auch nicht davonkommen. Weil es deutliche Anhaltspunkte für eine zumindest fahrlässige Körperverletzung (durch zu festes Anlegen von Kabelbindern) gegeben habe, legten sie dem Angeklagten eine Geldzahlung in Höhe von 500 Euro an das mutmaßliche Opfer auf.

Verteidiger Malte Englert übergab am Dienstag die 500 Euro noch im Gerichtssaal an die Seite der Nebenklage. Ziel dieser, wie es hieß, im Grunde einvernehmlich herbeigeführten Prozessbeendigung sei in erster Linie die Herstellung von „Rechtsfrieden“.

„Fifty Shades of Grey“ nachgeahmt?

Von den Vorwürfen der ursprünglichen Anklageschrift - einer erzwungenen Fessel-Vergewaltigung - war nach der Befragung der Belastungszeugin und weiterer Zeugin kaum noch etwas übrig geblieben. Letzte Zweifel an einer möglichen Vergewaltigung durch den Angeklagten waren laut Gericht „einfach nicht zu beseitigen“.

Das mutmaßliche Opfer hatte sich offenbar Ende 2017 mit dem Angeklagten in der Hertener Schrebergartenhütte verabredet. Dann war es offensichtlich auch zu sexuellen Handlungen gekommen. Über die Auslegung, ob das Geschehen nun einvernehmlich oder gewaltsam durchgeführt worden ist, herrschte später Uneinigkeit.

Fakt ist: Selbst im Prozess war wörtlich von einer möglichen Nachahmung von Szenen aus dem Erotikfilm „Fifty Shades of Grey“ die Rede gewesen, bei dem Fesseln und Peitschen beim Sex eine große Rolle spielen. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn keine Angaben gemacht, das mutmaßliche Opfer in nicht-öffentlicher Verhandlung ausgesagt.

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