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Viele Fallen

Verbraucherzentrale stellt Bilanz 2016 vor

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HERTEN - Seit 1984 erklärt Elfriede Menne den Bürgern in der Verbraucherzentrale in Recklinghausen, wie sie miese Verträge wieder loswerden. Und deren Vielfalt ist heutzutage riesig. Da gibt’s im Internet Abos, die niemand haben will oder kostenlos beworbene Kreditkarten, die sich plötzlich als teuer entpuppen.

Und es gibt den ewigen Dauerbrenner: Verkäufer, die quasi als „Überfallkommando“ vor der Haustür stehen. „Die Welt ist schon oft schlecht – aber zum Glück gibt es ja uns“, sagt Elfriede Menne.

7 723 Mal haben Ratsuchende, darunter auch Hertener, im vergangenen Jahr bei den Verbraucherexperten um Rat gesucht, um einen Termin oder ein Test-Bericht gebeten. Trotz 200 Kontakten weniger stuft Leiter Martin Meiser die Nachfrage als „konstant“ ein. Auf Veranstaltungen und an Infotischen kam es zu 2 285 Kontakten. Die Internetseite wurde 3 179 Mal aufgerufen.

So weit die Zahlen. Die dahinter steckenden Machenschaften haben es in sich. Da werden zum Beispiel im Internet Gratis-Proben für eine Abnehmmittel angepriesen. Ein Fitnessarmband gibt es obendrauf. Wer klickt, schluckt eine bittere, 200 Euro teure Abo-Pille. Ein gesetzlich vorgeschriebener Bestellbutton fehlte, auch die Widerrufsbelehrung. „Die meisten haben wir aus den Verträgen herausbekommen“, so Meiser.

Kritik an Kabelnetzbetreibern

Natürlich solle man nie zahlen, aber auch nicht die Sache aussitzen, sondern sich in der Beratungsstelle Rat holen. „Wir prüfen, ob eine arglistige Täuschung vorliegt“, so der Leiter. Was zur Folge hätte, dass kein Vertrag zustande gekommen ist.

Die „neueste Masche“, so Berater Wolfgang Henkel, seien Kreditkarten, die Prepaid-Karten sind. Der Nutzer muss also erst Geld einzahlen, um welches zu bekommen. Die Karte bringt der Postbote zudem per 67 Euro Nachnahme und eine Jahresgebühr von 60 Euro ist alles andere als ein kostenloses Angebot. Die sogenannten Haustürgeschäfte nutzt aktuell ein Kabelnetzbetreiber, der von analog auf digital umstellt. Gerade ältere Menschen werden überrumpelt. „Da werden teure Komplettlösungen für TV, Internet und Telefon untergejubelt, obwohl sie schon digital empfangen“, so Meiser.

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