Wasserstoff abzapfen

Tankstelle fehlt es noch an Kunden

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HERTEN-SÜD - Wenn Dieter Kwapis bisher seinen Toyota „Mirai“ tanken wollte, fuhr er nach Mülheim an der Ruhr. Das ist bald vorbei. Momentan wird nämlich an der Marie-Curie-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald eine Wasserstofftankstelle errichtet.

Am Mittwoch, 19. September, wurden bereits die teilweise tonnenschweren Einzelteile per Kran an die richtige Stelle gesetzt. Bis dort allerdings zum ersten Mal Wasserstoff abgezapft werden kann, wird es noch dauern. „Ende Oktober planen wir die Eröffnung“, erklärt Kwapis.

9,50 Euro für ein Kilo Treibstoff

Er ist Projektleiter im „H2-Anwenderzentrum“ auf Ewald, dem Hertener Wasserstoff-Zentrum. Und daher befindet sich der rund 75.000 Euro teure Toyota auch nicht in seinem Privatbesitz. „Der Wagen wird von fünf Firmen hier im Anwenderzentrum genutzt.“ Die können das Wasserstoff-Mobil bald praktischerweise vor der Haustür auftanken. „Das funktioniert im Prinzip wie an einer normalen Zapfsäule, auch hier benutzt man einen Tankstutzen“, erklärt Kwapis. 9,50 Euro kostet ein Kilo Treibstoff. „Das entspricht umgerechnet ungefähr zehn Litern Sprit.“ Der „Mirai“ wird in vier Minuten betankt, 4,5 Kilo passen hinein, rund 450 Kilometer kann man dann fahren.

Kosten liegen im siebenstelligen Bereich

Schlange stehen werden die Kunden Ende Oktober aber nicht. „Außer unserem Toyota kenne ich kein weiteres Wasserstoff-Auto in Herten“, sagt Kwapis. Daher wurde die Tankstelle so konzipiert, dass auch Nutzfahrzeuge dort betankt werden können. Die Kosten, die im siebenstelligen Bereich liegen, trägt die „H2 Mobility GmbH“ mit Sitz in Berlin, die mit Automobil- und Mineralöl-Konzernen zusammenarbeitet. Bis zum ersten Tankstopp auf Ewald müssen nun an der Anlage aber noch einige Tests durchgeführt werden.

Rubriklistenbild: © Daniel Maiß

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