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In Eimern werden die eingesammelten Kröten sicher zum Laichgewässer gebracht.

Weniger Amphibien gezählt

Trockenheit macht Kröten zu schaffen

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HERTEN - Der Dürre-Sommer 2018 hat in der Tierwelt Spuren hinterlassen. 1557 Erdkröten, die auf Wanderschaft zu ihrem Laichgewässer waren, haben die Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) in den vergangenen Wochen am Linder Weg und an der Recklinghäuser Straße gezählt. Vor einem Jahr waren es 2125 Erdkröten.

Ende Februar hatten die Naturschützer an den Straßenrändern Krötenschutzzäune aufgebaut, um die Amphibien am Überqueren der Straßen zu hindern und sie damit vor dem sicheren Reifen-Tod zu bewahren. Mehrfach täglich wurden die Kröten eingesammelt, gezählt und zum nahen Laichgewässer gebracht. Jetzt ist die Aktion beendet, die Zäune sind abgebaut. Die Hertener Nabu- Vorsitzende Mirjam Gördes dankt allen Helfern: „Es war teilweise die reinste Schlammschlacht, besonders wenn der Baustellenbereich an der Recklinghäuser Straße abgegangen werden musste.“ Die diesjährige Bilanz sieht wie folgt aus: - 1557 Erdkröten - 2 Grasfrösche - 50 Grünfrösche - 1 Laubfrosch - 11 Teichmolche - 1 Kammmolch

Das sind insgesamt 1622 Tiere. „Nach dem trockenen Sommer ist das wohl ein beachtliches Ergebnis“, sagt Mirjam Gördes. Die Zahl der Teichmolche sank im Vergleich zum Frühjahr 2018 von 44 auf 11. Möglicherweise hat ihnen ebenfalls die Trockenheit zugesetzt. „Auch der Wasserspiegel des Laichgewässers ist deutlich abgesunken“, hat Mirjam Gördes registriert. Einen Rekord gibt es hingegen bei den Fröschen: insgesamt 53. Die bislang höchste Zahl in den vergangenen 15 Jahren war 9. Und dann gab es noch eine Premiere: Erstmals wurde ein Kammmolch gefunden.

In den nächsten Wochen ist weiterhin mit Tieren auf Wanderschaft zu rechnen, die den Rückweg vom Laichgewässer zu den Sommerquartieren antreten. Das erfolgt weniger koordiniert und macht daher eine Sammlung schwierig. Anfang Juli macht sich die neue Generation Kröten, die ihr Kaulquappen-Dasein überlebt hat, auf den Weg in die umliegenden Wälder und Felder.

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