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Wutanfall landet vor Gericht

30-Jähriger kassiert Geldbuße

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HERTEN - Erst flogen die Teekannen, dann Bänke und Stühle: Vor einem Jahr hatte ein 30-jähriger Mann aus Marl in der LWL-Klinik Herten einen heftigen Wutanfall. Bestraft wurde er allerdings nicht – obwohl zunächst alles danach aussah.

Es war vor ziemlich genau einem Jahr, als er Mitarbeiter und Patienten in Angst und Schrecken versetzte. Er wollte einen Arzt sehen und entlassen werden. Als ihm das verwehrt wurde, ging es auch schon rund. „Er ging zum Teewagen und fing an, die Teekannen aus Metall zu schmeißen“, erinnerte sich eine Mitarbeiterin vor Gericht. Sie habe blitzschnell zwei Auszubildende in Sicherheit gebracht, die anwesenden Patienten in einen anderen Trakt geschoben und alle Türen verriegelt. „Er hat alles geschmissen – Kannen, Bänke, eine Kommode, einen Mülleimer“, so die Mitarbeiterin. „Das war ein extremer Ausbruch.“ Sogar die Polizei sei alarmiert worden. 20 bis 30 Minuten habe der Wutanfall gedauert. Dann habe sich der Angeklagte auf eine Bank gelegt. „Wie auf einer Sonnenliege, mit verschränkten Armen hinter dem Kopf.“

Der unter Paranoia leidende Angeklagte hat sich selbst nicht zu den Vorwürfen geäußert. „Er kann sich nicht erinnern“, sagte sein Verteidiger. „Es war eine emotionale Überreaktion, aber er hat sicher nicht die Absicht gehabt, Leute zu verletzen.“ Auch die Richter in Recklinghausen waren am Ende der Auffassung, dass der 30-Jährige ziellos geworfen hat. Die Wut habe im Vordergrund gestanden, hieß es. Die Folge: Das Strafverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung wurde eingestellt. Dafür muss der 30-Jährige 150 Euro an den Verein „Leben ohne Gewalt“ zahlen.

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