Der Hauptbahnhof in Castrop-Rauxel soll ab März 2011 per Videokamera überwacht werden.
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Per Videokamera soll jetzt in Herten ein Areal überwachht werden.

Nach zahlreichen Vorfällen

Pilot-Projekt: Dieses Areal in Herten wird demnächst per Videokamera überwacht

  • Daniel Maiß
    vonDaniel Maiß
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Gerade bei Vandalismus-Schäden wurde in den vergangenen Jahren in Herten immer wieder der Ruf nach Video-Überwachung laut. Jetzt gibt es dazu eine Art Pilotprojekt.

Auf der Platzanlage des SuS Bertlich läuft bald eine Kamera. Zuletzt war die Sportanlage an der Heinrich-Obenhaus-Straße im Dezember 2020 das Ziel von Chaoten. Unbekannte waren in die Imbissbude eingebrochen, aus der sonst bei Fußballspielen hungrige Fans mit Bratwurst im Brötchen und anderen Leckereien versorgt werden. Die Täter räumten die komplette Tiefkühltruhe leer und hinterließen ein ziemliches Durcheinander (hier geht es zum damaligen Artikel).

Zuletzt geriet die kleine Imbissbude (im Bild-Vordergrund) auf der Bertlicher Platzanlage ins Visier der Chaoten.

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art auf der Anlage. Daher setzten sich laut Stadtverwaltung vor Kurzem Vertreter des dort zuständigen städtischen Hertener Immobilienbetriebs (HIB) und der Hertener Stadtwerke zusammen und überlegten, welche Maßnahmen möglich sind, um den Bereich zu sichern.

Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Videoüberwachung die effektivste Lösung sei, einzelne Abschnitte zu überwachen. Nach einer Ortsbesichtigung wurde der Bereich der Überwachung auf die Umkleidekabinen, die Zugänge zur Anlage und der Bereich vor der Imbissbude begrenzt, heißt es dazu weiter von der Stadt Herten.

Aufzeichnung beginnt erst, wenn alle die Anlage verlassen haben

All diese Bereiche sind eingezäunt und in der Regel verschlossen. Somit sind es keine jederzeit öffentlichen Flächen, auf denen sonst eine Video-Überwachung aus datenschutzrechtlichen Aspekten zumindest sehr problematisch wäre (siehe Info-Kasten unten). Laut Stadt wäre es die erste Sportanlage in Herten, die per Video überwacht würde. Daher spricht die Verwaltung auch von einem Pilotprojekt.

Die Stadt betont, dass die Videoaufzeichnung immer erst dann beginnen würde, wenn der Betrieb auf der Anlage für den Tag eingestellt ist und die letzten Menschen das Gelände verlassen haben.

Fußballer sind zufrieden

Mit einer Fachfirma wurden Möglichkeiten zur Realisierung besprochen und Lösungen gefunden. Nach Ostern soll ein gemeinsamer Ortstermin mit Vereinsvertretern stattfinden.

Ingo Reichel, Fußball-Abteilungsleiter des SuS Bertlich, zeigte sich im Gespräch mit 24vest sehr zufrieden mit den jüngsten Entwicklungen: „Wir freuen uns und hoffen, dass die Maßnahmen jetzt auch schnell umgesetzt werden und dann endlich ein wenig Ruhe auf unserer Anlage einkehrt.“

Andernorts bleibt die Überwachung schwierig

Laut Paragraf 4 des Bundesdatenschutzgesetzes ist die Video-Überwachung im öffentlichen Raum nur dann zulässig, wenn „keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der betroffenen Personen überwiegen.“ Insbesondere bei Sport-, Versammlungs- und Vergnügungsstätten, Einkaufszentren oder Parkplätzen gilt genau dieser Schutz von Leben, Gesundheit oder Freiheit von dort aufhältigen Personen als ein besonders wichtiges Interesse, heißt es dazu weiter in dem Paragrafen. Daher startet auch im konkreten Fall in Bertlich die Video-Überwachung erst dann, wenn auch die letzte Person den betroffenen Bereich verlassen hat und die Anlage abgeschlossen wird, also nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die beschriebene Gesetzeslage macht es daher weiterhin schwierig, zum Beispiel Bereiche des Stadtteilparks Schlägel & Eisen wie die Parkouranlage oder den dortigen „Imbiss am Schacht“ per Kamera zu überwachen, die ebenfalls immer wieder Ziel von Vandalismus sind.

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