Ein Mann aus Herten hat Polizeibeamte angegriffen und mit Mord gedroht.
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Ein Mann aus Herten hat Polizeibeamte angegriffen und mit Mord gedroht. (Symbolfoto)

Kontrolle eskaliert

Polizisten angegriffen und mit Mord gedroht: Hertener flippt völlig aus

  • Werner von Braunschweig
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Nach einer Polizei-Kontrolle ist ein 20-jähriger Hertener komplett ausgerastet. Er griff Polizei-Beamte an und drohte ihnen mit Mord. Das hatte Konsequenzen.

Nach Morddrohungen und Gewaltattacken gegen mehrere Polizisten muss ein Aushilfs-Paketzusteller aus Herten 30 Sozialstunden ableisten. Das ist das Ergebnis eines Prozesses am Montag (1.11.) am Jugendschöffengericht in Recklinghausen.

Der angetrunkene 20-Jährige hatte sich im Frühjahr über eine von ihm auf offener Straße in Westerholt beobachtete Polizeikontrolle eines Schwarzafrikaners geärgert – und war anschließend bei seiner eigenen Durchsuchung auf der Polizeiwache völlig ausgerastet.

20-Jähriger aus Herten hatte 1,5 Promille

„Der Angeklagte wollte bei der Kontrolle eines Mannes mit schwarzer Hautfarbe dazwischengehen, dem Körperverletzung vorgeworfen worden war“, erinnerte sich ein Polizist als Zeuge. „Wir wären doch eh alle Rassisten, hat er gerufen.“

Offensichtlich aufgewühlt durch die seinerzeit brandaktuellen Schlagzeilen um mutmaßlich rassistische Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis (USA), so der Verteidiger, sei der 20-Jährige damals „überzeugt gewesen, er müsse jetzt eingreifen“. Nachdem der Paketzusteller (mehr als 1,5 Promille) auf das Polizeirevier gebracht worden war, dort komplett ausgezogen und durchsucht werden sollte, war die Situation eskaliert.

Rache an Polizisten angekündigt

Der 20-Jährige aus Herten hatte um sich geschlagen und getreten und laut Anklage „mehrfach gedroht, alle eingesetzten Beamten umzubringen“. Außerdem soll er mit besten Kontakten in die Motorradrocker-Szene geprahlt und angekündigt haben, dass er diese ausnutzen werde, um sich an den Polizisten zu rächen.

Vor Gericht präsentierte sich der bullige Angeklagte einsichtig und auf Versöhnungskurs. Den Polizeibeamten sprach er nach dessen Vernehmung direkt an und entschuldigte sich: „Es tut mir wirklich leid, was an dem Abend passiert ist.“ Der Beamte nahm die Entschuldigung an. An Einzelheiten der Attacken und Bedrohungen konnte sich der 20-Jährige kaum noch richtig erinnern, weil er damals mit Cocktails mächtig über die Stränge geschlagen hatte.

Das Urteil lautet auf tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand, Beleidigung und Bedrohung.

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