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Der Real-Markt in Herten-Bertlich.

Entscheidung rückt näher

Real wird wohl zerschlagen: Das könnte mit dem Supermarkt in Herten geschehen

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  • Danijela Budschun
    Danijela Budschun
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Die Tage von Real sind gezählt, der Metro-Konzern wird die Supermarkt-Kette wohl verkaufen. Und diese wird danach womöglich zerschlagen.

Update 30. Oktober: 

Laut neuesten Informationen aus Insider-Kreisen will Eigentümer Metro die Supermarkt-Kette an den Immobilieninvestor Redos verkaufen. Der wiederum möchte einen Teil an Edeka weitergeben. 

Der Handelsriese greift somit nach Märkten eines direkten Konkurrenten. 

Herten: 50 Märkte sollen den Namen "Real" behalten

Edeka hat bereits beim Kartellamt Pläne für eine Übernahme von Real-Märkten angemeldet. Kartellamtschef Andreas Mundt: "Es geht um eine hohe zweistellige Anzahl dieser Standorte". 

Es heißt, Redos möchte mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke soll erhalten bleiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten gehen. 

Herten: Kartellamt wird genau hinsehen

Auch die Supermarkt-Kette Kaufland steht der Redos-Gruppe nah.

Der geplante Verkauf an andere Händler muss aber ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden. Die Kartellwächter prüfen Übernahmen im deutschen Einzelhandel in der Regel sehr genau. 

Inwiefern die neuesen Entwicklungen den Markt in Herten-Bertlich am Hoppenwall betreffen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht exakt gesagt werden,

Für Markt in Herten gibt es mutmaßlich drei Varianten 

Möglich wären demnach, dass der Markt in Bertlich unter dem bisherigen Namen "Real" weitergeführt wird, er zu einem Edeka-Markt umgewandelt wird oder zu einer Kaufland-Filiale. 


Unsere bisherige Berichterstattung:

Gerüchte um einen Verkauf der Real-Kette gab es schon länger. Jetzt wurde bekannt: Das Bundeskartellamt hat den Verkauf der Kette vom Metro an den Investor Redos gebilligt. Auf unsere Anfrage, welche Konsequenzen das für die Bertlicher Filiale und ihre 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, erhalten wir von der Sprecherin der Metro AG keine erhellende Antwort. Sie sagt: „Zu einzelnen Märkten können wir uns aufgrund des laufenden Verkaufsprozesses nicht äußern.“ 

Metro-Chef Olaf Koch erklärte kürzlich in einem Interview, dass ein Großteil der Märkte an die Konkurrenz aus dem Lebensmittel-Einzelhandel übergeht. Auch er will keine Zahlen nennen, solange Verhandlungen laufen. „Wichtig ist das Signal, dass die Marke Real mit einem gesunden Kern erhalten bleibt“, sagt Koch. 

Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter in Herten

Real in Bertlich bietet auf 6500 Quadratmetern neben einem breiten Lebensmittelangebot auch Spielwaren, Heimwerkerbedarf, Sport-, Fahrrad- und Autoartikel etc. Vor Ort ist vom Personal niemand bereit, mit uns über die Hiobsbotschaft zu sprechen. Die Stimmung sei mehr als gedrückt, die Mitarbeiter seien verunsichert, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Auf dem Real-Parkplatz schiebt Herbert Dolega den Einkaufswagen in Richtung seines Autos. „Ich finde es nicht gut, dass Real verkauft wird“, sagt der Polsumer. Den Supermarkt am Hoppenwall in Bertlich steuert er mindestens einmal in der Woche an. „Ich komme relativ schnell hier hin, sei es mit dem Auto oder mit dem Fahrrad.“ Die Parkmöglichkeiten seien gut, findet der Marler. 

Auf dem Parkplatz des Getränkemarktes hat Petra Vukan gerade ihre Einkäufe in den Kofferraum ihres Wagens geladen. Auch sie kommt etwa einmal wöchentlich zum Real-Markt: „Hier bekommt man wirklich alles, von Getränken bis zu Tiernahrung, es gibt einen Metzger, eine Frischetheke.“ Die Langenbochumerin findet es wichtig, dass ein Supermarkt am Hoppenwall bleibt: „Wenn es hier keinen mehr gäbe, wäre das schade.“ Vor allem für die umliegenden Anwohner. 

Für die Anwohner in Herten wäre der Verlust bitter

Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist der Penny-Markt in Marl bzw. die Lidl-Filiale in Westerholt – und die steht derzeit nicht zur Verfügung. Der alte Lidl-Markt an der Bahnhofstraße wurde abgerissen und wird derzeit neu gebaut. Vorerst ist also unklar, was aus dem Bertlicher Real wird. Für die Menschen vor Ort wäre ein Verlust bitter, handelt es sich doch um das einzige relevante Nahversorgungsangebot dort oben im Nordwesten der Stadt. 

Es heißt, dass die Redos-Gruppe, an die Metro verkauft hat, der Supermarkt-Kette Kaufland nahe steht. Gut möglich also, dass Kaufland den Laden am Hoppenwall übernimmt. Dann wäre da noch Edeka – ebenfalls seit langem daran interessiert, in Herten Fuß zu fassen. Man wird sehen.

In Herten gab es am Mittwoch einen Banküberfall

In einem anderen Supermarkt in Herten gab es einen großen Tumult.

In der Hertener Innenstadt hat dagegen ein Maskierter versucht, die dortige Sparkassen-Hauptstelle zu überfallen.

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