Das Baby einer Hertenerin ist misshandelt worden. Nun verhandelt der BGH den Fall (Symbolfoto)
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Das Baby einer Hertenerin ist misshandelt worden. Nun verhandelt der BGH den Fall (Symbolfoto)

Kindesmisshandlung in Herten

Baby misshandelt - Gericht kippt Freisprüche von Mutter und Vater 

  • Anna Lisa Oehlmann
    vonAnna Lisa Oehlmann
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Ein Kind ist in Herten misshandelt worden. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass neu verhandelt werden muss.

  • Das Baby einer Hertener Mutter wies schwere Misshandlungen auf. 
  • Die Mutter wurde nach einem Prozess vor dem Landgericht freigesprochen. 
  • Der Bundesgerichtshof hat diesen Freispruch jetzt gekippt: Es muss neu verhandelt werden.

Update 30. Juli: Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Die Freisprüche von einer Hertener Mutter und einem Vater, deren Baby schwere Misshandlungen aufwies, sind gekippt. Der Fall muss erneut vor dem Gericht verhandelt werden. 

Gründe nicht schlüssig und zum Teil widersprüchlich

Die Bochumer Staatsanwaltschaft war nicht mit dem Ausgang des Prozesses zufrieden und hatte Revision eingelegt. In Karlsruhe haben die Richter des höchsten Deutschen Strafgerichts in einer Hauptverhandlung entschieden. Sie kritisierten, dass die Gründe, die die Richter vor dem Landgericht vorgebracht hatten nicht ganz schlüssig und zum Teil widersprüchlich waren. Das erklärte der Hertener Anwalt Lars Volkenborn. Er war in Karlsruhe dabei, um den Kindsvater zu vertreten.

14 Knochenbrüche an Armen, Beinen und Rippen eines Säuglings einer Mutter aus Herten

Das hatten wir bisher berichtet: Es waren grausame Verletzungen: 14 Knochenbrüche an Armen, Beinen und Rippen des nur wenige Wochen alten Säuglings einer Hertenerin hatten Ärzte festgestellt. Entdeckt wurden die Spuren der Misshandlungen im Spätherbst 2016. 

Der Fall ging vor das Bochumer Landgericht. Der Vorwurf: Die Mutter soll das Kind mehrfach massiv misshandelt haben, der Vater habe nichts dagegen unternommen. Beide Eltern hatten die Misshandlungsvorwürfe abgestritten.

Hertener Mutter nach Misshandlungs-Vorwürfen freigesprochen

Am 9. Januar 2019 ist die Mutter des Kindes freigesprochen worden. Ein unbefriedigendes Ergebnis für das Landgericht, hieß es bei der Urteilsverkündigung. Dass die Mutter nichts mit den Misshandlungen zu tun hatte, konnten die Richter nicht ausschließen. Die angeführten Beweise reichten jedoch nicht für eine Verurteilung. Verurteilt jedoch wurde ein junger Mann, weil er eine Hertener Schülerin vergewaltigt hatte.

Ebenfalls Freispruch für Kindsvater

Auch der mit angeklagte Kindsvater (25) hatte im Verdacht gestanden. Er wurde am Ende ebenfalls vom Gericht freigesprochen. Ein Fall, in dem kürzlich ein Hertener seine Frau in der gemeinsamen Wohnung an der Elisabethstraße ermordet haben soll, muss noch verhandelt werden.

Bundesgerichtshof verhandelt Fall der Hertenerin (26)

Der Fall der Mutter (26) aus Herten beschäftigt nun den Bundesgerichtshof (BGH). Dort wird der Fall am 30. Juli in eine Hauptverhandlung gehen. Dort soll geklärt werden, ob die Beweise nicht doch ausreichen, um zu klären, wer dem kleinen Jungen die vielen Knochenbrüche zugefügt hat. 

Eine Hauptverhandlung am höchsten deutschen Strafgericht für Revisions-Entscheidungen, ist nicht der Normalfall, sondern eher die Verkündung per schriftlichen Beschluss. Nun kann das Urteil aufgehoben, abgeändert oder verworfen werden - oder ans Landgericht zurück gehen.

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