Vergewaltigung einer Schülerin aus Herten: Nun entscheidet der Bundesgerichtshof.
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Vergewaltigung einer Schülerin aus Herten: Nun entscheidet der Bundesgerichtshof.

Tat nach Disko-Nacht

Schülerin aus Herten vergewaltigt: Warum nun der Bundesgerichtshof entscheidet

  • Anna Lisa Oehlmann
    vonAnna Lisa Oehlmann
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Eine Schülerin aus Herten wurde im März 2019 nach einer Disko-Nacht von einem 30-Jährigen aus Castrop-Rauxel vergewaltigt. Der Mann wurde verurteilt, jetzt muss dennoch der Bundesgerichtshof entscheiden.

  • Nach einer Disko-Nacht hatten sich die 19-jährige Schülerin aus Herten und der 30-jährige Castrop-Rauxeler kennengelernt. 
  • In ihrer Wohnung akzeptierte der 30-Jährige das "Nein" nicht und vergewaltigte sie
  • Der vorbestrafte Angeklagte wurde vom Gericht verurteilt.

Update 9. Juli:  Die von einem 30-jährigen Mann nach langem Abstreiten zum Schluss doch noch eingestandene Vergewaltigung einer Schülerin (19) aus Herten wird zu einem Fall für den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. 

Der Angeklagte aus Castrop-Rauxel will die trotz seines späten Geständnisses verhängte Gefängnisstrafe nicht akzeptieren und hat fristgemäß Revision gegen das Urteil eingelegt.

Mehrfaches "Nein" der Schülerin aus Herten ignoriert 

Damit gehen die Akten also demnächst zur rechtlichen Überprüfung zum Bundesgerichtshof. Wie berichtet, hatte die 9. Strafkammer am Bochumer Landgericht den 30-Jährigen zuletzt zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. 

Laut Urteil hat der Mann am 31. März 2019 das mehrfache „Nein“ einer Schülerin aus Herten ignoriert und die 19-Jährige in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt. 

Gruppe fuhr nachts noch nach Herten

Der 30-Jährige und ein Freund hatten die Schülerin und eine Freundin zuvor in einer Diskothek in Recklinghausen kennengelernt. Nachts war die Vierer-Gruppe dann noch nach Herten gefahren.

Der Angeklagte war bereits vorbestraft und wie es vor Gericht hieß zuvor auch schon mehrmals ähnlichen Vorwürfen von jungen Frauen ausgesetzt gewesen.

Gericht: Kein Zweifel an Glaubwürdigkeit der Schülerin aus Herten 

Im Prozess hatte der 30-Jährige lange darauf beharrt, dass der Sex einvernehmlich abgelaufen sei und sogar extra die Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens angestrengt. 

Obwohl von den Bochumer Richtern mehrfach damit konfrontiert, dass es keinerlei Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin gebe, hatte der Angeklagte die Tat erst am letzten Prozesstag eingestanden und sich entschuldigt. 

Durch das Einlegen von Revision ist das Vergewaltigungs-Urteil des Bochumer Landgerichts nicht rechtskräftig. Mit einem Ergebnis der Revisions-Prüfung beim BGH ist wohl frühestens Ende 2020 zu rechnen.


Unsere bisherige Berichterstattung: 

In der Nacht vom 31. März 2019 hatten sich eine 19-jährige Schülerin aus Herten und ein 30-Jähriger aus Castrop-Rauxel in einer Disko in Recklinghausen kennengelernt. 

In einer Disko haben sich die Schülerin und der 30-Jährige kennengelernt. (Symbolfoto)

Angeblich auf Initiative der jungen Frau machten sie sich in den frühen Morgenstunden mit einem Shuttle-Taxi auf den Weg zu ihrer Wohnung. Dort sei es im Schlafzimmer zum Geschlechtsverkehr gekommen. 

30-Jähriger akzeptiert das "Nein" der Hertener Schülerin nicht

Völlig ohne Streit und Gewalt sei es laut dem Angeklagten zum Geschlechtsverkehr gekommen. Die 19-Jährige schilderte hingegen, er hätte ihr "Nein" nicht akzeptiert, sie in ihrer Wohnung in Herten brutal am Hals gepackt, auf der Matratze festgehalten und sie dabei vergewaltigt

Sprachnachricht der jungen Frau als Beweis

In einer WhatsApp-Sprachnachricht an eine Mitschülerin hatte die 19-Jährige ihrer Freundin unter anderem gesagt: „Ich bin voll fertig. Ich fühle mich so eklig und habe Schmerzen.“

Urteil: Vier Jahre und zwei Monate Gefängnis für Mann aus Castrop-Rauxel

Erst kurz vor dem Urteil legte der 30-jährige Täter ein Geständnis ab. Wegen den späten Zeitpunktes wirkte sich dies jedoch kaum noch zu seinen Gunsten aus. Der Bochumer Richter wäre wohl auch ohne das Geständnis zu dem Schluss gekommen, dass der Angeklagte die 19-jährige Schülerin aus Herten vergewaltigt hat.

Der 30-jährige Castrop-Rauxeler muss nun für vier Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Der Angeklagte hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Ähnlichen Vorwürfen war der 30-Jährige bereits mehrfach von anderen jungen Frauen ausgesetzt gewesen. Zudem war er bereits vorbestraft.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels ist das Geständnis des Täters nicht erwähnt worden. Wir haben diese Information ergänzt und bitten, das Versäumnis zu entschuldigen.

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