In Außengastronomien gelten weiter Abstandsregeln (Symbolbild)
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Auch in Herten dürfen keine Gäste in der Außengastronomie bewirtet werden. (Symbolbild)

Corona-Lockdown

So reagieren Hertener Gastronomen auf das Bewirtungsverbot im Außenbereich

Ende vergangener Woche fiel die Entscheidung: Die Infektionszahlen sind zu hoch, es gibt keine weiteren Lockerungen. Also dürfen auch Kneipen und Restaurants weiter keine Gäste in ihren Außenbereichen bewirten. Wir haben mit Gastronomen in Herten darüber gesprochen.

Eigentlich hätten Gastronomen ab dem heutigen Montag (22. März) unter Auflagen im Außenbereich wieder Gäste bewirten dürfen. Aufgrund der wieder steigenden Infektionzahlen wurde das aber gekippt.

„Den Biergarten bei sieben Grad draußen zu öffnen, war nicht wirklich eine Perspektive“, sagt Vivian Promnik. Mit ihrem Ehemann Stefan Promnik betreibt sie das „Scherlebeck’s“ in Herten-Scherlebeck sowie die Gastronomie im Hof Wessels in Herten-Langenbochum. Den dortigen Biergarten werden die Promniks wohl nicht vor Mai öffnen, sagt die Wirtin.

Auch Frank Südfeld hatte mit Blick auf die aktuelle Witterung keine Pläne, seine Terrasse auf dem Hof Südfeld in der Ried in Herten zu öffnen: „Wir haben uns darauf eingerichtet, dass das vor Ostern nichts wird. Der Schock hält sich also in Grenzen.“

Telefonische Bestellungen lassen nach

Im Gasthof „Altes Dorf“ in Westerholt hat das Wirte-Ehepaar Lippemeier im vergangenen Jahr einen Restaurant-Garten eingerichtet. Mit vier Tischen dort und vier Tischen vor dem Gasthof ist der Außenbereich überschaubar und nicht geeignet, den Umsatzausfall zu kompensieren: „Das hilft mir nicht“, sagt Christian Lippemeier.

Lippemeier kocht, was die Menschen telefonisch bestellen. Freitags bis sonntags gibt es ein wöchentlich wechselndes Speisenangebot zum Abholen. Der Westerholter Gastronom hat aber festgestellt, dass die Nachfrage nicht mit der im ersten Lockdown zu vergleichen ist. „Das lässt nach. Die Leute sind müde.“

Besondere To-go-Angebote zu Ostern

Vivian Promnik berichtet Ähnliches: „Da haben die Leute bestellt, weil sie damit ihre Lieblingskneipe durch die Krise bringen wollten.“ Doch irgendwann würden die Menschen eben auch wieder im Restaurant essen wollen.

Die Atmosphäre dort sei eine andere als zu Hause, das sagt auch Frank Südfeld. Gleichwohl setzt er weiterhin auf das Liefern und das Außer-Haus-Geschäft: „Das werden wir noch intensivieren, gerade zu Ostern“, kündigt der Scherlebecker Gastronom an. Aktuell liefert der Hof Südfeld freitags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr und hat eine Frühlingskarte aufgelegt.

Auch im „Scherlebeck’s“ wollen sie zu Ostern ein To-go-Angebot machen: „Aber damit macht man keinen Gewinn“, stellt Vivian Promnik klar. „Wir brauchen eine Perspektive für die Öffnung des Innenraums“, sagt die Gastronomin und Juristin.

Viel getan, um Auflagen zu erfüllen

Doch davon scheint Deutschland angesichts stark steigender Infektionszahlen weit entfernt. Wobei die Gastronomie aus Sicht von Christian Lippemeier den Beweis geführt hat, dass sie nicht die Infektionstreiberin ist. Alle Gastronomen hätten viel getan, um die Infektionsschutzauflagen zu erfüllen: Abstände zwischen den Tischen, eine Be- und Entlüftungsanlage, die die Luft mehrmals in der Stunde austauscht, Desinfektionsmittel, das Personal trägt Masken, Luftfilteranlagen wurden angeschafft.

Die Gastronomen nutzen die Zeit auch für Schönheitsreparaturen, im „Scherlebeck’s“ haben sie zum Beispiel gestrichen, bei Südfelds auch noch die Terrasse verschönert: „Wir machen uns schick für den Re-Start“, sagt Frank Südfeld. „Aufgeben ist keine Option“, sagt Christian Lippemeier. Vivian Promnik formuliert es so: „Wir wollen wieder durchstarten.“

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