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Jan-Hendrik Schulte-Scherlebeck begutachtet das Wachstum des Spargels.  

Plötzliches Einreiseverbot

Der Spargel kommt - und was ist mit den Erntehelfern?

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Das plötzliche Einreiseverbot für Saisonarbeiter hat die Landwirte im Spargeldorf in der Ried kalt erwischt. Auch für die Erntehelfer ist die Arbeit finanziell wichtig. 

  • Die Spargelernte steht vor der Tür.
  • Die Landwirte in der Ried brauchen Verstärkung.
  • Doch Deutschland schließt die Grenzen für Erntehelfer.

Gestern Morgen ist die Welt noch weitgehend in Ordnung auf dem Hof Schulte-Scherlebeck. Zwar musste Heiner Schulte-Scherlebeck zunächst bis Ende April alle Feste und Veranstaltungen absagen. Doch die warmen Tagestemperaturen lassen den Spargel gut gedeihen, am Wochenende soll die Ernte beginnen, fünf Erntehelfer sind schon da. Mit „Passierscheinen“ soll die Einreise nach Deutschland trotz „Corona“ angeblich problemlos möglich sein.

Plötzlich gibt es ein Einreiseverbot

Am Mittag ereilt ihn dann die überraschende und beunruhigende Nachricht: Um 17 Uhr will Deutschland die Grenzen für Saisonarbeiter schließen, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Statt Passierscheinen gibt es plötzlich ein Einreiseverbot. Eilig wird nach Polen telefoniert. „Einige unserer Erntehelfer wollen losfahren und versuchen, noch über die Grenze zu kommen“, berichtet Schulte-Scherlebeck. Für die Helfer, die üblicherweise drei Monate bleiben, sei die Arbeit in Herten finanziell wichtig. Wie viele es tatsächlich geschafft haben, den Hof in der Ried zu erreichen, wird Schulte-Scherlebeck heute Morgen sehen.

Verbandspräsident: Das trifft die Betriebe hart

Auch Christoph Heine vom Heine-Hof wird von dem plötzlichen Einreiseverbot kalt erwischt. Eigentlich war er schon gut dabei: „Wir stechen seit letzter Woche. Fünf Erntehelfer sind bisher da – damit kommen wir diese und nächste Woche gut aus. Aber dann bräuchten wir Verstärkung.“ Die sollte aus Polen und Rumänien kommen. Für kommenden Sonntag hatten sich die drei Saisonarbeiter angekündigt. Ob die nun anreisen dürfen? Vorerst wohl nicht. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, betonte gestern, der Einreisestopp treffe die Betriebe hart und müsse so kurz wie möglich gehalten werden.

Auf dem Brunnenhof Große-Streuer stehen schon jeweils zwei Erntehelfer aus Rumänien und Polen parat. Jörg Große-Streuer ist überrascht, als er von dem Einreiseverbot erfährt: „Zwei Helfer aus Polen hatten mir sowieso schon abgesagt, weil sie Angst haben, sich anzustecken.“ Nun dürfen aber offenbar auch jene „Profis“, die gerne gekommen wären, nicht einreisen.

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