Schalke-Legende Rudi Assauer starb 2019.
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Schalke-Legende Rudi Assauer starb 2019.

Schalke-Legende starb 2019

Streit vor Gericht: Rudi Assauers Vermögen zum Zeitpunkt des Todes überschaubar

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Wie viel Geld hinterließ der in Herten geborene und 2019 verstorbene Rudi Assauer? Darum dreht sich ein Gerichtsprozess in Essen. Jetzt liegt eine Vermögensaufstellung vor.

Die Anwälte von Bettina Michel, die in Herten lebt, haben jetzt eine Vermögensaufstellung ihres Vaters, des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer, aufgestellt. Das war im Prozess am Bochumer Landgericht gefordert worden. Zum Zeitpunkt seines Todes am 6. Februar 2019 soll sein Vermögen überschaubar gewesen sein.

Vermögen von Rudi Assauer zum Zeitpunkt seines Todes offen gelegt

Tochter Katy Assauer hatte die Auskunft verlangt. Rudi Assauer soll exakt 15.000 Euro Barvermögen, einen mit 5.500 Euro Restwert veranschlagten Opel Meriva und eine Beteiligung an einer Restaurant-GmbH in Höhe von 25.000 Euro besessen haben. Zudem fielen noch Erbfallschulden durch Beerdigungskosten in Höhe von 14.000 Euro.

Hoffnung auf ein baldiges Ende im Nachlass-Streit

Assauers Tochter Katy war der Meinung, ihr Vater habe angeblich 2011 noch 1,5 Millionen Euro besessen. Es steht die Frage im Raum: Wie ist der finanzieller Absturz zu erklären? Die Anwälte von Bettina Michel, Dirk Giesen und Burkhard Benecken, hoffen nichtsdestotrotz auf ein schnelles Ende im Nachlass-Streit: „Unsere Mandantin wünscht im Sinne ihres verstorbenen Vaters, dass die juristischen Auseinandersetzungen bald ein Ende finden.“

Prozess um Rudi Assauers Sekretärin

Update 23. Januar: Die langjährige Sekretärin von Rudi Assauer muss Auskunft darüber geben, was sie mit einer Generalvollmacht des ehemaligen Schalke-Managers gemacht hat. Das hat das Essener Landgericht per Urteil entschieden.

Es waren emotionale Szenen, die sich am Freitag (22.1.) vor der 16. Zivilkammer abgespielt haben. „Wir waren wie ein altes Ehepaar“, sagte die langjährige Assistentin Assauers den Richtern. Fast 40 Jahre lang habe man eng zusammengearbeitet. „Wir haben uns ohne Worte verstanden.“

Wie weit das Vertrauensverhältnis angeblich ging, unterstrichen auch ihre Anwälte Dirk Giesen und Burkhard Benecken. Sie sprachen von Barabhebungen in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr, um die sich die Sekretärin gekümmert habe. Außerdem habe sie auch vertrauliche Post öffnen dürfen und sei bei Vertragsverhandlungen dabei gewesen.

Sekretärin bricht in Tränen aus

Die Generalvollmacht hatte Assauer ihr erteilt – für sie und seinen Hausarzt. Sogar Entscheidungen über freiheitsentziehende und lebensverlängernde Maßnahmen waren davon umfasst.

Als dieser Punkt im Prozess zur Sprache kam, brach die ehemalige Sekretärin in Tränen aus. „Ich konnte das erst nicht glauben“, sagte sie den Richtern. „Mir war anfangs gar nicht klar, was das bedeutet.“ Um der großen Verantwortung gerecht zu werden, habe sie sogar noch einen Betreuungsschein gemacht. „Ich wollte für ihn da sein, auch dann noch, wenn er sich nicht mehr verständigen kann.“

„Rudi Assauer wollte keine Schlammschlacht“

Die Generalvollmacht umfasste natürlich auch alle finanziellen Angelegenheiten. Und genau die interessieren den vom Gericht eingesetzten Nachlassverwalter, der sich um die Erbangelegenheiten kümmern soll. Durch die Klage will er für die noch nicht feststehenden Erben herausfinden, was mit bestimmten Vermögenswerten passiert ist.

Diese Auskunft hatte die Sekretärin jedoch verweigert. „Rudi Assauer wollte keine Schlammschlacht“, sagt sie den Richtern. „Deshalb hat er mich gefragt. Ich sollte alles in seinem Sinne weiter regeln.“ Dass sie nun alles offenlegen soll, wäre nicht in Assauers Sinn gewesen.

Genau das überzeugte die Essener Richter nicht. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss die Sekretärin Auskunft erteilen. Die Anwälte haben bereits signalisiert, dass sie Berufung einlegen wollen.

Update 10. Januar: Auch knapp zwei Jahre nach dem Tod der Schalke-Legende Rudi Assauer streiten sich seine Töchter. Assauers Tochter Katy hat ihre Halbschwester Bettina, die in Herten lebt, jetzt sogar verklagt. Im Kern geht es um Antworten auf Fragen zum Vermögen des früheren Schalke-Managers zum Sterbezeitpunkt. Das bestätigten die Anwälte von Bettina Michel, Burkhard Benecken und Dirk Giesen, auf Anfrage der Hertener Allgemeinen Zeitung.

Das war passiert: Bereits im Sommer 2020 hatte das für die Klage zuständige Bochumer Landgericht in dem Rechtsstreit von Bettina Michel die Übersendung einer Aufstellung des Vermögens der verstorbenen Schalke-Legende gefordert. Für den Fall der Nichterfüllung der richterlichen Auflage wurde offenbar wie üblich eine Zwangsgeldklausel verankert. Und weil es danach wohl nicht innerhalb der gesetzten Frist zu einer Übermittlung der Vermögensaufstellung gekommen ist, erließ das Landgericht Bochum später sogar einen Zwangsgeldbeschluss über die Zahlung von 1000 Euro, ersatzweise vier Tage Ordnungshaft.

Doch droht Bettina Michel damit in Kürze tatsächlich der bittere Gang ins Gefängnis? „Nein“, legt sich Rechtsanwalt Burkhard Benecken fest. Richtig sei, dass ein Zwangsgeldbeschluss in der Welt ist. „Dieser Beschluss ist allerdings durch unsere Beschwerde nicht rechtskräftig geworden und damit auch nicht verbindlich“, betont der Anwalt aus Marl. Unabhängig davon sei es völlig „selbstverständlich“, dass Bettina Michel die von ihrer Halbschwester Katy verlangten Auskünfte über den damaligen Vermögensstand ihres Vaters Rudi Assauer bei Zeiten erteilen werde. „Aufgrund der noch ausstehenden Bewertung einer Immobilie, an der auch drei Prominente beteiligt sind, kam es leider zu einer Verzögerung“, begründet der Anwalt den Zeitverzug.

Schalke-Legende Rudi Assauer war seit 2012 schwer an Alzheimer erkrankt und lebte bis zu seinem Tod bei seiner Tochter Bettina in Herten-Langenbochum. Im Februar 2019 war er im Westerholter Friedwald im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Schon am Rande der Trauerfeierlichkeiten hatte damals ein Streit zwischen den Halbgeschwistern Katy und Bettina für Boulevard-Schlagzeilen gesorgt. Katy Assauer soll damals versucht haben, per Eilantrag die Urne mit der Asche ihres Vaters vom Friedwald auf den Schalke-Friedhof umzubetten, da dies angeblich immer der Wunsch von Rudi Assauer gewesen sei.

Über die Beschwerde zu dem Zwangsgeldbeschluss wird in einigen Wochen eine Entscheidung durch das Oberlandesgericht Hamm erwartet. Ein Termin zur Verhandlung vor dem Bochumer Landgericht ist noch nicht anberaumt.

Unsere bisherige Berichterstattung:

Das Landgericht Bochum hat laut eines aktuellen Berichts der „Zeit“ Bettina Michel, der Tochter des 2019 in Herten verstorbenen Fußballmanagers Rudi Assauer, mit Haft gedroht. Das Gericht verurteilte die 55-Jährige schon im Juli 2020 dazu, eine Aufstellung des Vermögens ihres Vaters anzufertigen. Aber Bettina Michel, die den ehemaligen Manager des FC Schalke 04 zu Hause in Herten-Langenbochum gepflegt hatte, ließ laut des Berichts Fristen verstreichen und kam der Aufforderung nicht nach, eine Aufstellung vorzulegen.

Dem „Zeit“-Bericht zufolge, setzte das Bochumer Landgericht daher im Dezember 2020 ein Zwangsgeld von 1000 Euro fest. Sollte Bettina Michel nicht zahlen, muss sie vier Tage in Haft, heißt es in dem Gerichtsbeschluss. Michels Anwalt erklärte im Gespräch mit der „Zeit“, dieser Beschluss sei noch nicht rechtskräftig. Zudem sei es „unrichtig“, dass seine Mandantin die geforderte Aufstellung des Vermögens „nicht erstellt“ habe. Es sei lediglich zu „Verzögerungen“ gekommen.

2010 betrug das Vermögen noch 2,3 Millionen Euro

Laut Steuerunlagen lag Rudi Assauers Vermögen im Jahr 2010 noch bei 2,3 Millionen Euro, als er 2019 starb, war laut des „Zeit“-Berichts davon kaum mehr als ein alter Opel übrig.

Laut des Wochenblatts würde vieles darauf hindeuten, dass Rudi Assauer „ausgeplündert“ wurde, während er jahrelang von seiner Tochter Bettina Michel in Herten gepflegt wurde. Der Verdacht kam bereits Mitte August 2020 auf, im Anschluss nahm die Staatsanwaltschaft Essen die Ermittlungen auf.

Über Rudi Assauers Vermögen (Immobilien und Bargeld) konnten neben der Tochter seine früheren Generalbevollmächtigten verfügen: die ehemalige Sekretärin und ein befreundeter Arzt des ehemaligen Schalke-Managers. Alle drei bestreiten über ihre Anwälte, Geld veruntreut zu haben.

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