Günter Grunwald aus Herten ist auf der Suche nach seiner Jugendliebe Rita, die ihn vor 50 Jahren verlassen hat.
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Günter Grunwald aus Herten ist auf der Suche nach seiner Jugendliebe Rita, die ihn vor 50 Jahren verlassen hat.

Jugendliebe gesucht

Wo ist Rita? Vor 50 Jahren war sie plötzlich verschwunden

Die Gedanken an seine Jugendliebe lassen Günter Grunwald nicht los. Vor 50 Jahren lernte der Hertener eine junge Frau kennen und lieben. Nach einem Jahr verließ sie ihn plötzlich. Es gibt da eine Frage, die ihn bis heute beschäftigt.

Warum hat Rita Schluss gemacht? Ohne ein einziges Wort wurde Günter Grunwald aus Herten vor fast 50 Jahren von seiner Jugendliebe verlassen. Der Hertener hat Rita bis heute nicht vergessen – und sucht sie jetzt. Sie geht ihm seit 50 Jahren nicht aus dem Kopf, und genauso lange grübelt er schon darüber nach, warum aus ihnen nichts geworden ist.

Dabei war es damals zwischen Günter Grunwald und seiner Rita Liebe auf den ersten Blick. Doch so Knall auf Fall, wie sich die beiden jungen Hertener einst ineinander verliebten, so plötzlich verschwand die angehende Friseurin rund ein Jahr später wieder aus seinem Leben. „Ich habe seither nicht aufgehört, über die Gründe für ihr wortloses Verschwinden aus meinem Leben nachzudenken“, sagt Günter Grunwald.

Paar lernte sich im Freibad in Herten kennen

Rückblick: Der 18-jährige Bäckergeselle und die etwas jüngere Rita lernten sich im Freibad Backum in Herten auf der dortigen „Liebeswiese“ kennen. Als wär’s gestern gewesen, erinnert sich Günter Grunwald an die erste Begegnung mit Rita und ihrer Freundin Regine und ist fest davon überzeugt, dass „wir schon im Freibad wussten, dass wir ein Liebespaar werden würden.“

Man verabredete sich für den Abend in der Hertener Diskothek C1, bei Schmusemusik und schummerigem Licht sei es zum ersten Kuss gekommen. Anschließend brachte Grunwald, der als Bäckergeselle um 24 Uhr zum Dienst antreten musste, die beiden jungen Mädchen noch nach Hause – zu Fuß.

Aus dem Kinderheim direkt in die Bäckerlehre

Fortan traf sich das Paar regelmäßig. „Irgendwann stellte mich Rita, die Einzelkind war, auch ihren Eltern vor. Ihr Vater war wohl Abteilungsleiter bei den Coca-Cola-Werken in Herten.“ Und natürlich wollte Rita irgendwann auch mehr über Günters Familie und Herkunft wissen.

Ein schwieriges Thema für den jungen Mann. Er stammte aus einer Familie mit vielen Geschwistern und überforderten Eltern. Als er fünf Jahre alt war, kamen alle Kinder ins Heim. Eine schreckliche Zeit, die offenbar vor allem vom Rohrstock und Lieblosigkeiten dominiert war. „Die Gefangenschaft endete nach neun Jahren“, erzählt Günter Grunwald, „als ich mit 14 in die Bäckerlehre ging und bei der Bäckerfamilie ein Zimmer bekam.“

Krankheitsbedingt ging es von Herten nach Dorsten

Nach 13 Jahren als Bäcker wechselte Grunwald später in den Bergbau, wo er auf General Blumenthal/Haard in Herne und Prosper-Haniel in Bottrop 23 Jahre unter Tage malochte. Mehl-, Kohlenstaub und Zigarettenrauch brachten ihm eine chronische Lungenerkrankung ein. Die Atemnot setzte ihm vor einigen Jahren so zu, dass er sich entschied, in ein Seniorenheim zu ziehen.

So wurde der 67-Jährige vor drei Jahren mit seinem Einzug in die Seniorenresidenz Bellini an der Halterner Straße Dorstener Bürger. Dort hat er sich gut erholt, das Sauerstoffgerät ist nicht mehr sein ständiger Begleiter. Dafür lässt ihn der Gedanke an seine Jugendliebe Rita Loll seit einem halben Jahrhundert nicht los. Auch seine zwölfjährige Ehe mit einer anderen Frau konnte die Liebe zu Rita nicht vertreiben.

Bisherige Suche blieb erfolglos

Wie sehr die Gedanken ihres Bewohners um seine Jugendliebe kreisen, rührt auch die Mitarbeiter des Seniorenheims. Auch wenn man dem bescheidenen Bewohner dort vielleicht ein Happy-End wünschen würde, ist Günter Grunwald deutlich zurückhaltender in seiner Erwartung: „Ich würde einfach gern wissen, was aus Rita geworden ist und sie vielleicht einmal wiedersehen, um sie zu fragen, warum sie damals Schluss gemacht hat ohne ein einziges klärendes Wort.“ Seine bisherige Suche verlief erfolglos. „Rita war immer in meinem Herzen und ich würde sie so gerne fragen, warum sie uns keine Chance gegeben hat.“

Kontakt zu Günter Grunwald ist möglich über das Seniorenheim, Tel. 0 23 62 / 79 06 50 oder über die Hertener Allgemeine Zeitung, Tel 02366/ 10 00 34 14.

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