Die Fläche für den Kita-Bau an der Annastraße in Herten-Westerholt ist vorbereitet.
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Die Fläche für den Kita-Bau an der Annastraße in Herten-Westerholt ist vorbereitet.

Neubau mit Hindernissen

Technische Probleme, Weltkriegsbomben, Corona: Bei dieser Kita in Herten ist der Wurm drin

  • Carola Wagner
    vonCarola Wagner
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Es ist mittlerweile sechs Jahre her, dass die Planung für eine Kita in Herten-Westerholt startete. Eröffnet ist sie bis heute nicht. Jetzt gibt es wieder Neuigkeiten.

Update 26. Januar: Schon 2015 startete die Planung für eine Groß-Kita an der Annastraße in Herten-Westerholt. Gegenüber dem Theodor-Fliedner-Haus soll jetzt der städtische Immobilienbetrieb HIB auf einer gut 3000 Quadratmeter großen Fläche ein zweigeschossiges Bauwerk mit 125 Plätzen in sechs Gruppen errichten. Betrieben wird die Einrichtung später von der Falkennest gGmbH.

Der Baubeginn der dringend benötigten Kindertagesstätte wurde aus unterschiedlichen Gründen immer wieder verschoben. Zuletzt war als Eröffnungstermin der Sommer 2020 avisiert, doch daraus wurde wieder nichts. Begründung: Verzögerungen wegen technischer Probleme und erhöhten Aufwands bei der Herstellung eines stabilen Baugrundes.

Blindgänger-Problem wurde nun doch gelöst

Als diese Probleme gelöst waren, tat sich ein neues Hindernis auf: Die vor Baubeginn notwendigen Kampfmittelsondierungen, bei denen im Boden nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht wird, konnten nicht stattfinden. Begründung: Aufgrund der Corona-Pandemie sei eine vielleicht erforderliche Evakuierung des benachbarten Seniorenheims logistisch nicht zu leisten.

Inzwischen wurde dieses Problem trotz Pandemie gelöst. „In der Regel ist es so, dass bei einem Einsatz des Kampfmittelräumdienstes die Verdachtsstelle komplett aufgegraben wird. Wenn etwas gefunden wird, muss der Blindgänger direkt entschärft werden“, erläutert Stadtsprecherin Corina Plötz auf Anfrage der Hertener Allgemeienn Zeitung. Das hätte bedeutet, dass eine Evakuierung des Heims innerhalb weniger Stunden nötig gewesen wäre. „In Zeiten von Corona eine nahezu unmögliche Herausforderung“, sagt die Sprecherin.

Neuer Ablaufplan für den Bau wird erstellt

Deshalb sei eine andere Herangehensweise gewählt worden: „Im Vorfeld wurde mit allen Beteiligten – Ordnungsamt, Feuerwehr, Kampfmittelräumdienst, Träger des Fliedner-Hauses und so weiter – ein Evakuierungsplan mit vorbereitenden Maßnahmen ausgearbeitet.“

Bei der Untersuchung selbst habe der Kampfmittelräumdienst dann nicht die gesamte Bodenschicht abgetragen, sondern nur Stück für Stück Erde bewegt. Hätten sich bei der Grabung Verdachtspunkte verstärkt – etwa durch Verfärbungen des Bodens oder kleinere Bombenrückstände im Untergrund – wäre die Untersuchung unterbrochen worden. Dann hätte das Ordnungsamt die Möglichkeit bekommen, über mehrere Tage die Evakuierung durchzuführen. Erst dann wäre die Bombe ausgegraben und entschärft worden.

Letzten Endes hat sich bei den behutsamen Grabungen herausgestellt, dass kein Blindgänger im Untergrund lag. So blieb den Senioren die Aufregung der Evakuierung erspart. In diesen Tagen folgen nun weitere Bodenarbeiten und der HIB erstellt zusammen mit dem beauftragten Bauunternehmen einen neuen Ablaufplan für den Bau der Kita. Wann dort die ersten Kinder betreut werden können, ist aber noch offen.

Unsere bisherige Berichterstattung:

2015 startete die Planung für eine neue Kindertagesstätte an der Annastraße in Westerholt. Als Träger war damals die „Falkennest KiTa gGmbH“ im Gespräch.

Die Kita sollte 2018 auf der Fläche nahe des Theodor-Fliedner-Hauses  mit ihren sechs Gruppen den akuten Kitaplatz-Mangel in Herten lindern.

Herten: Diskussionen um Trägerschaft

Stattdessen folgten aber lange politische Diskussionen um die Trägerschaft. Nach einigem Hin und Her erhielt die „Falkennest KiTa gGmbH“ letztlich doch den Zuschlag. 

Im Sommer diesen Jahres hieß es dann, die Falken-Kita an der Annastraße werde im Sommer 2020 endlich in Betrieb gehen.

Herten: Verwaltung kündigt Verzögerungen an 

Doch daraus wird nun wieder nichts. „Beim Bauvorhaben ,Kita Annastraße‘ in Westerholt wird es zu Verzögerungen kommen“, meldet die Stadtverwaltung. 

Begründet wird dies mit einem erhöhten Aufwand bei der Gründung, der jedoch nicht näher erläutert wird.

Herten: Problem muss geklärt werden 

Der Hertener Immobilienbetrieb (HIB) als Auftraggeber und das beauftragte Planungsunternehmen (Generalübernehmer) würden sich aktuell um die technische Klärung des Problems bemühen. 

Im jüngsten Ausschuss für Schule und Jugend hieß es, dass mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr zu rechnen sei.

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