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Einsatzkräfte seilen eine Holzpalette in den Schacht ab, damit der Marder sich darauf retten kann.

Höhenretter im Einsatz

Tierische Rettungsaktion in Herten endet mit einer Überraschung 

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Ein kleines Raubtier hat in Herten für einen großen Einsatz der Feuerwehr gesorgt - und dann für ein überraschendes Ende. Da staunten auch die herbeigeeilten Höhenretter nicht schlecht.

"Alarmiert wurden wir am Samstagvormittag um 10.58 mit dem Stichwort Kleintier in Notlage", berichtet Christian Trachternach, Wachabteilungsleiter der Berufsfeuerwehr Herten. Dieses Einsatz-Stichwort ist immer für Überraschungen gut: Mal steckt ein Vogel im Gully fest, mal eine Katze auf einem Baum, mal ist eine Ente vermeintlich auf einem vereisten See festgefroren... Auch in diesem Fall sollte der Einsatz ungewöhnlich enden. 

Aber der Reihe nach. Gemeldet war, dass an der Straße "Im Hörstchen" in Herten-Disteln ein Marder in einen etwa acht Meter tiefen Schacht der Emschergenossenschaft gefallen sein soll. Der Verband baut dort im Zuge der Emscher-Renaturierung große Abwasserkanäle.

Anwohner hatten den Marder erspäht

Ein Blick nach unten in den Schacht. Auf dem Rohr ist der Marder zu erkennen.

Anwohner, deren Garten direkt an den Schacht grenzt, hatten den Marder bei einem Blick in die Grube erspäht.

Nachdem feststand, dass sich der Marder mit den regulären Geräten der Berufsfeuerwehr Herten nicht retten ließ, wurde die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehren im Kreis Recklinghausen alarmiert. Dabei handelt es sich um Spezialkräfte mit einer Art Bergsteiger-Ausrüstung, die Rettungsaktionen in großen Höhen und Tiefen durchführen können. Vier Höhenretter aus Herten, Marl, Recklinghausen und Castrop-Rauxel eilten mit ihrem Spezialfahrzeug, das bei der Feuerwehr Marl stationiert ist, zur Einsatzstelle in Herten-Disteln.

Der Marder sitzt ganz unten im Schacht auf einem Rohr.

Höhenretter ist bereit zum Abseilen

Ein Höhenretter war fertig ausgerüstet und wollte sich - an der Drehleiter der Feuerwehr Herten gesichert - zum Marder abseilen und ihn in eine Transport-Box packen. Zur Sicherheit wurden vorab Holzpaletten in die Grube abgelassen. Falls der Marder von dem Rohr gefallen wäre, auf dem er saß, hätte er sich im ca. ein Meter tiefen Wasser auf die schwimmenden Paletten retten können.

Die Höhenretter rüsten sich aus.

Überraschung!

Und dann passierte die Überraschung: Durch den Lärm, den die Tierbox und die Holzpalette beim Herablassen in die Grube erzeugten (Kratzen an den Wänden), bekam der Marder offenbar Angst. Und innerhalb von Sekunden kletterte er an der mir grobem Putz verkleideten Schachtwand senkrecht nach oben und rettete sich somit selbst. Da staunten die Höhenretter und die übrigen Einsatzkräfte nicht schlecht, während der Marder munter davon lief.

Überraschung! Der Marder klettert plötzlich senkrecht die Wand des Schachts hoch.

Somit konnten die Rettungsgeräte und die Drehleiter wieder abgebaut und der Einsatz beendet werden. Schmunzelnd fuhren die Einsatzkräfte zurück zur Wache. Und vielleicht dachte sich manch ein Höhenretter: So flink möchte ich auch mal nach oben klettern können...

Bei einem anderen Einsatz der Höhenretter, ebenfalls in einem Schacht der Emschergenossenschaft, kam der Betroffene nicht so glimpflich davon.

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