Ein Bockkitz wurde im Hertener Schlosswald durch Bisse getötet.
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Ein Bockkitz wurde im Hertener Schlosswald durch Bisse getötet.

Schlimmer Vorfall

Rehwild gerissen - Treibt womöglich ein Wolf sein Unwesen in Herten?

  • Frank Bergmannshoff
    vonFrank Bergmannshoff
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  • Carola Wagner
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  • Anna Lisa Oehlmann
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In Herten wurde kürzlich ein übel zugerichtetes Reh gefunden. Nun wurde die Frage gestellt, ob vielleicht ein Wolf durch Herten streift.

  • Ein Hund hat eine Ricke nahe der Zechenbahn-Trasse totgebissen. 
  • Das ist bereits der zweite Fall in Herten innerhalb von drei Wochen.
  • Der zuständige Förster appelliert an die Hundebesitzer, ihre Tiere an der Leine zu halten.

Ein übel zugerichtetes, weibliches Rehwild ist vor einigen Tagen an der Zechenbahntrasse aufgefunden worden. Nun stellten Leser im sozialen Netzwerk Facebook die Frage, ob die Ricke in Herten nicht auch von einem Wolf gerissen worden sein könnte. 

Anwesenheit eines Wolfes in Herten kann nicht ausgeschlossen werden

Gesichtet haben sowohl Revierförster Matthias Klar als auch Jagdpächter Michael Nitschke noch keinen Wolf im Brandhorster Wald oder im Schlosswald. Ausschließen könne man die Anwesenheit eines Wolfes nicht, sie sei aber unwahrscheinlich, sagte Wolfsexperte Niels Ribbrock. 

Die Art wie das Tier erlegt und angefressen wurde, spricht sowohl für einen Hund als auch einen Wolf. 

Waldgebiete in Herten zu klein für einen Wolf - Tier noch nicht gesichtet

Dagegen spricht, dass die Waldgebiete sind in Herten auf Dauer zu klein und zu verstreut für das Einzelgänger-Tier wären. Auch glauben die Experten, dass das Tier bereits gesichtet worden wäre, wenn es nach Herten gekommen wäre. 

Wildernde Hunde töten häufiger Wildtiere, als man vermuten mag“, sagt Wolfsexperte Ribbrock. Darauf wiesen vor allem Jagdverbände regelmäßig hin.

Einen grausigen Fund machte ein Förster im Brandhorster Wald.

Tote Ricke neben der Zechenbahntrasse in Herten gefunden

Das hatten wir am 22. Juli berichtet: Auf diesen Fund hätte Jagdpächter Michael Nitschke gut verzichten können: Ein übel zugerichtetes, totes Reh lag direkt neben der Zechenbahntrasse in Herten-Süd. Gefunden hat er das Tier im Brandhorster Wald, etwa 150 Meter nördlich der Herner Straße

Weibliches Reh in Herten totgebissen

Das weibliche Tier, die Ricke, ist von einem Hund gerissen worden. Davon geht der Jäger aus. Dabei ist es in diesem Gebiet verboten, Hunde frei laufen zu lassen. Der Naturexperte geht anhand der Spuren davon aus, dass es ein starkes Tier mit kräftigem Gebiss gewesen muss, dass das Tier in Herten - wo jüngst ein Jogger ohne Unterhose auf der Halde Hoheward gesichtet wurde - ein hohes Aggressionspotenzial besessen haben muss.

Teil des Kadavers im Brandhorster Wald in Herten komplett weggefressen

Dem Tier fehlt sozusagen das Hinterteil. Den oberen Teil vom Hinterlauf des Kadavers hat der Hund komplett weggefressen, schildert Michael Nitschke. Er schätzt, dass der Hund dafür lange von seinem Halter weg gewesen sein muss. 

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Mittwoch, 22. Juli, in der Hertener Allgemeine (Druckausgabe/ePaper).


Kitz im Hertener Schlosswald totgebissen

Das ist nicht der erste Fall, in dem ein Wildtier in Herten von einem Hund gerissen wurde. Erst Anfang des Monats hatten wir von einem ähnlichen Fall berichtet:

Das hatten wir am 2. Juli berichtet: Dieses Geräusch ging den Helfern durch Mark und Bein: Ein schwer verletztes Bock-Kitz (männliches Jungtier) schrie nach seiner Mutter. Immer wieder. So laut wie ein Baby, das nach seiner Mutter schreit. Förster Matthias Klar und seine Mitarbeiter konnten dem Tier nicht mehr helfen. "Für alle Beteiligten war das schwer zu ertragen", schildert der Förster.

Freilaufende, wildernde Hunde beißen Kitz in Hertener Schlosswald tot 

Freilaufende, wildernde Hunde hatten das Kitz schwer verletzt. Die Polizei - die in einem Mordfall an der Elisabethstraße ermittelte - hatte den zuständigen Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR), Matthias Klar, verständigt. Rettungsversuche waren am Ende zwecklos. Nach etwa sechs Stunden verstarb das Bock-Kitz, berichtet Matthias Klar. Die inneren Verletzungen durch die Hundebisse waren tödlich. 

Appell an Hundebesitzer in Herten: "Haltet eure Hunde an der Leine"

Der Schlosswald in Herten ist ein Naturschutzgebiet. "Der Großteil der Hundebesitzer hält sich an die Regeln", sagt Förster Matthias Klar. Er appelliert an diejenigen, die das nicht tun: "Haltet Eure Hunde an der Leine!" Kontrolliert könnten sie nur auf der Hundeauslaufwiese toben. Alle anderen Weiden und Wiesen seien Tabu. 

Förster bittet: Waldbesucher sollen Fehlverhalten ansprechen

Für Spaziergänger gilt im Schlosswald: Nur die ausgebauten Wanderwege nutzen. Wer die Wege verlässt, schreckt die Waldtiere auf. Der Förster hat eine große Bitte: Wer Hundebesitzer beobachtet, die sich nicht an die Vorgaben halten, soll diese möglichst zusammen mit weiteren Zeugen auf ihr Fehlverhalten ansprechen.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Donnerstag, 2. Juli, in der Hertener Allgemeine (Druckausgabe/ePaper).

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