Eins der Kunstobjekte
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Häufige und teure Reparaturen

Umstrittene Kunst in Herten: Das „Burgenland“-Rätsel ist gelöst

  • Danijela Budschun
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  • Daniel Maiß
    Daniel Maiß
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Im Kulturhauptstadtjahr 2010 schuf der international renommierte Land-Art-Künstler Nils-Udo in Herten eine bis heute umstrittene Kunst-Installation. Unlängst hatte ein Passant etwas Ungewöhnliches entdeckt.

Update 24. Oktober: Wie die Stadt Herten nun auf Nachfrage der Hertener Allgemeinen Zeitung mitteilt, ist der Förderturm, der auf einem der Hügel des Kunstwerks „Burgenland“ im Schlosswald fehlt, bereits seit 2017 verschwunden.

Damals hatte die Stadt Strafanzeige erstattet, das Verfahren wurde eingestellt. Schon 2017 hatte die Stadt mitgeteilt, dass das Fehlen eines Förderturms an dieser Stelle den Charakter des Gesamtkunstwerks nicht verändern würde. Dort, wo nun ein Turm fehlt, gibt es fünf Hügel, auf vieren sind Mini-Zechen platziert.

Update 21. Oktober: Das 2010 errichtete „Burgenland“ besteht aus 15 Hügeln im Schlosspark Herten und im angrenzenden Schlosswald. Auf acht dieser Hügel thronen rostige Mini-Zechen. Diese sind immer wieder auch ein Blickfang für Spaziergänger. Einer dieser Passanten schaute jetzt bei einem der Ensembles ganz genau hin und endtdeckte etwas Ungewöhnliches.

Ihm war aufgefallen, dass bei einer der Mini-Zechen der Förderturm fehlt und meldete dies der Redaktion der Hertener Allgemeinen Zeitung. Der Mann mutmaßte, dass jemand den Förderturm abgesägt haben könnte.

Stadt Herten hat schon einmal Strafanzeige gestellt

Die Stadt Herten ist für die Instandhaltung des Kunstwerks zuständig. Von dort heißt es, dass man bisher aus Personalmangel nicht dazu gekommen sei, den Fall zu prüfen. Vom Zentralen Betriebshof Herten gab es allerdings bereits den Hinweis, dass 2017 schon einmal ein Förderturm verschwunden sei.

Auf dem hinteren Hügel ist der Förderturm gut zu erkennen, der auf dem vorderen Hügel offensichtlich abhandengekommen ist.

Damals habe man auch Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Das Verfahren wurde aber schließlich eingestellt. Und so müsse nun erst einmal überhaupt geklärt werden, ob es sich bei dem nun vermissten Förderturm um eben jenen aus 2017 handeln könnte. Somit würde dieser nun bereits seit Jahren fehlen.

Man werde laut Stadt den Sachverhalt so schnell wie möglich prüfen. Falls man zu dem Schluss käme, dass der Förderturm akut verschwunden ist, werde man erneut Strafanzeige stellen, heißt es abschließend.

Unsere bisherige Berichterstattung:

"Ruhr2010" ist zehn Jahre her: Vom Kulturhauptstadtjahr blieb in Herten unter anderem eine bis heute umstrittene Kunst-Installation übrig. 

Diese besteht aus 15 Hügeln, die in Herten im Schlosspark und im  Schlosswald verteilt sind. Auf acht davon thronen rostige Mini-Zechen: Das „Burgenland“ erschuf der international renommierte Land-Art-Künstler Nils-Udo im Kulturhauptstadtjahr 2010.

Herten: Baukosten betrugen schon 192.000 Euro 

Es sollte eine Kunstachse vom barocken Schlosspark zum Landschaftspark Hoheward mit seiner Halde und der Zeche an ihrem Fuß bilden.

Doch vor allem bildete es Sorgenfalten in den Gesichtern von Kommunalpolitikern und Kämmerern. Allein die Baukosten betrugen 190.000 Euro – 152.000 Euro kamen von der Europäischen Union und dem Land NRW, den Rest bezahlte die Stadt Herten.

Herten: Grundsanierung kostete 100.000 Euro 

Damit war es aber nicht getan, denn grundlegende Mängel in der Konstruktion sowie wühlende Kaninchen, tobende Hunde und kletternde Kinder haben den Hügeln in der Vergangenheit ordentlich zugesetzt. 

2015 flossen weitere 100.000 Euro in eine Grundsanierung des „Burgenlandes“, wovon der Regionalverband Ruhr die Hälfte übernahm.

Herten: Instandhaltung kostet weitere 282.500 Euro

Die Instandhaltung über 25 Jahre hinweg – dazu hat sich die Stadt verpflichtet – wird voraussichtlich insgesamt 282.500 Euro kosten. 

Das „Burgenland“ ist so teuer, dass 2016 sogar der Bund der Steuerzahler darauf aufmerksam wurde und der Stadt Herten sowie den anderen Geldgebern „Verschwendung“ vorwarf.

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