Das Familienzentrum Kiko ist überbelegt. Wenn die Stadt nicht Neubaupläne vorlegt, entzieht das Land die Betriebserlaubnis.
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Das Familienzentrum Kiko ist überbelegt. Wenn die Stadt nicht Neubaupläne vorlegt, entzieht das Land die Betriebserlaubnis.

Trotz Neubauten

Verzweifelte Eltern: Die Zahl der fehlenden Kita-Plätze in Herten ist gewaltig

  • Carola Wagner
    vonCarola Wagner
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Alle Jahre gibt es in Herten schlechte Nachrichten in Sachen Kitaplätze. Viele Eltern sind verzweifelt, die Anzahl unversorgter Kinder ist gewaltig.

Die Not ist groß, und trotz diverser Neu- und Ausbauprojekte wird der Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder bis zum Grundschulalter immer eklatanter. Denn weit mehr Eltern als erwartet machen in Herten von ihrem guten Recht Gebrauch und wünschen einen Kitaplatz für ihren Nachwuchs.

Politisch gewollt ist in Herten für Kinder unter drei Jahren ein Versorgungsgrad von 40 Prozent, für Über-Dreijährige von 98 Prozent. Doch selbst wenn diese optimistische Schätzung aufginge, fehlten heute mehr als 300 Kitaplätze. Und weil die Realität den vermuteten Bedarf weit übertrifft, sind am Ende aktuell sogar 594 Kinder unversorgt.

Es kam schon zu neun Verfahren

Ulrike Bücker und ihr Team, das bei der Stadtverwaltung Herten für die Vergabe von Kitaplätzen zuständig ist, erleben täglich die Verzweiflung der Eltern, die händeringend um Betreuung für ihre Kinder bitten. Manche beschreiten den Rechtsweg: Seit 2019 gab es 13 Klagen sowie drei Anfragen von Rechtsanwälten. Es kam zu neun Verfahren. „Die Stadt wird Bußgelder zahlen müssen“, erläutert Ulrike Bücker. Eltern können beispielsweise entgangenes Einkommen geltend machen.

Der große Knackpunkt sind fehlende räumliche Kapazitäten. An potenziellen Trägern mangele es angeblich nicht. Neubaumaßnahmen wie jene an der Annastraße oder die aktuell im Bau befindliche Kita an der Süder Grundschule starteten aus unterschiedlichen Gründen mit erheblichen Verzögerungen. Auch die viergruppige DRK-Kita an der Augustaschule kam später als erwartet. Nun läuft der Betrieb, doch noch immer fehlen in Süd Plätze.

Es gibt ein paar Lichtblicke

Ein paar Lichtblicke gibt es, etwa 15 zusätzliche Plätze durch den vorübergehenden Umzug der AWO-Kita zur Wörthstraße, während an der Königsberger Straße neu gebaut wird. Oder Pläne für eine Wald-Kita des Integrativen Reitvereins in der Ried mit 20 bis 25 Plätzen. Doch das sind alles nur Tropfen auf den heißen Stein. „Wir bauen der Geburtenrate hinterher“, konstatiert Michael Vaupel (CDU), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Besonders bitter: 46 Kinder, die bald in die Grundschule kommen, haben niemals eine Kita von innen gesehen.

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