Der mutmaßliche Täter soll seine Opfer am Busbahnhof Herten gesucht haben.
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Der mutmaßliche Täter soll seine Opfer am Busbahnhof Herten gesucht haben.

Hertener steht vor Gericht

Vom Busbahnhof verschleppt und dann vergewaltigt? Jetzt gibt es erste Zweifel

Ein Mann aus Herten steht seit dem 22. Februar vor Gericht, weil er Frauen geschlagen, getreten und auch vergewaltigt haben soll. Jetzt kommen erste Zweifel auf.

Update 9. März: Im Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung in Herten sind am Montag (8.3.) erste Zweifel aufgetaucht. Ein Bekannter der Hauptbelastungszeugin beschrieb die Frau bei seiner Vernehmung als „Schauspielerin“. Sie selbst war gar nicht erst im Bochumer Landgericht erschienen. Wie es heißt, ist sie zurzeit nicht vernehmungsfähig.

Wie berichtet, soll die Hertenerin am früheren Morgen des 2. September 2020 von einem ihr unbekannten Mann am Busbahnhof bedroht, in dessen Unterkunft verschleppt und brutal vergewaltigt worden sein. Der Täter soll ein psychisch kranker Mann gewesen sein, dem zurzeit der Prozess gemacht wird.

Gemeinsamer Besuch in einer Spielhalle in Herten

Nun wurde jedoch bekannt, dass beide nach der mutmaßlichen Tat gemeinsam in einer Hertener Spielhalle aufgetaucht sind. „Sie haben sich dort ganz normal verhalten“, sagte der Zeuge den Richtern. „Sie haben gespielt, sind mehrfach zusammen zum Rauchen nach draußen gegangen.“

Die Stimmung sei erst gekippt, als er den anderen Mann habe warnen wollen. „Ich wollte ihm sagen: Finger weg! Die hat schon einen Mann.“ Damit sei er jedoch nicht durchgedrungen. „Der wollte nicht mit mir sprechen.“

Was anschließend passierte, hat den Zeugen offenbar selbst überrascht. Die Frau habe auf einmal große Angst gehabt. „Aus dem Nichts heraus.“ Sie sei panisch geworden. „Wie eine Ratte, die schnell wegwill.“ Der Beschuldigte will daran allerdings keine Erinnerung haben: „Ich habe nicht bemerkt, dass sie Angst vor mir hatte.“

Angeklagter soll einem Mann auch ein Stück Ohr abgebissen haben

Dem 28-Jährigen wird auch noch ein anderer gewaltsamer Übergriff auf eine Frau vorgeworfen. Außerdem soll er einem anderen Mann bei einer Auseinandersetzung ein Stück des Ohrs abgebissen haben.

Doch auch für diese Tat könnte der 28-Jährige wohl nicht bestraft werden. Er gilt als psychisch schwer krank und damit komplett schuldunfähig. Im Prozess muss er allerdings mit der unbefristeten Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie für Straftäter rechnen – zum Schutz der Allgemeinheit.

Update 22. Februar, 17.30 Uhr: Nach mutmaßlichen Gewaltübergriffen auf Frauen am Busbahnhof droht einem psychisch kranken Mann am Bochumer Landgericht die unbefristete Zwangseinweisung in die Psychiatrie. Der Asylbewerber (28) soll zwei Frauen belästigt, bedroht und geschlagen haben – ein Opfer soll er später in der Asylbewerberunterkunft an der Gartenstraße sogar vergewaltigt haben.

Beim ersten Vorfall soll der Beschuldigte am 11. August 2020 einer Frau, die auf ihren Bus wartete, erst an den Po gefasst und ihr dann (nach deren empörter Aufforderung „Verpiss‘ Dich“) derart kräftig mit der flachen Hand in das Gesicht geschlagen haben, „sodass ihre Brille zu Boden fiel und zerbrach“. Anschließend soll er das Bein der Frau ergriffen und nach oben gezogen haben, sodass die Frau rückwärts zu Boden fiel und stürzte. Dann soll der Beschuldigte ihr auch noch in den Rücken getreten haben.

Angeklagter soll Frau vergewaltigt haben

Beim zweiten Vorfall am 2. September 2020 soll der Beschuldigte wiederum am Busbahnhof umhergelaufen, dann plötzlich einer Frau von hinten einen Gegenstand (laut Staatsanwaltschaft möglicherweise einen seiner Finger) in den Rücken gedrückt und dann verlangt haben, dass die Frau ihn in sein Zimmer im Asylbewerberheim an der Gartenstraße begleite. Aus Angst, dass es sich um eine Schusswaffe handeln könnte, soll die völlig eingeschüchterte Frau den Beschuldigten tatsächlich dorthin begleitet haben. Im Waschraum soll der 28-Jährige die Frau, die laut Staatsanwaltschaft immer wieder „Lass mich“ geschrien hat, dann vergewaltigt haben. Nach seiner anschließenden Festnahme soll sich der Beschuldigte auf der Polizeiwache in Recklinghausen unter anderem durch Spucken und Beißen dagegen gewehrt haben, dass von ihm Spuren am Genitalbereich gesichert werden. Den Beamten soll es erst durch den Einsatz von Pfefferspray gelungen sein, den 28-Jährige zu fixieren.

Weil der Asylbewerber wegen einer psychischen Erkrankung von vorneherein als schuldunfähig eingestuft worden ist, ist eine klassische Bestrafung ausgeschlossen. In dem Sicherungsverfahren vor der 2. Strafkammer strebt die Staatsanwaltschaft nun vor allem eine Zwangsweisung des mutmaßlichen Vergewaltigers in die Psychiatrie an – zum Schutz der Allgemeinheit. Urteil: wohl frühestens am 19. März.

Das war der ursprüngliche Text vom 22. Februar (13 Uhr):

Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut der Anklage soll der 28-jährige Hertener zunächst seine beiden Opfer am Busbahnhof in Herten gezielt gesucht haben.

Im August des vergangenen Jahres soll der Hertener am Busbahnhof Herten einer Frau an den Po gefasst, dann ihr ins Gesicht geschlagen und in den Rücken getreten haben. Die junge Frau wurde dabei so sehr verletzt, dass sie später mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus transportiert werden musste.

Der Täter ergriff vor Eintreffen der Rettungskräfte und der Polizei die Flucht, wurde dann aber aufgegriffen und verhielt sich auch gegenüber den Beamten sehr aggressiv. Hier geht es zu unserer damaligen Berichterstattung.

Hertener soll psychisch krank sein

Wenige Wochen später soll der Hertener dann eine weitere Frau am Busbahnhof Herten gezwungen haben, mit ihm auf sein Zimmer zu gehen. Dort soll er sein Opfer vergewaltigt haben.

Der Angeklagte soll psychisch krank und damit schuldunfähig sein. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für gefährlich und fordert, dass der 28-Jährige in die Psychiatrie eingewiesen wird.

Wir halten Sie an dieser Stelle über den Prozess am Laufenden.

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