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"Aktiv - die Wählergemeinschaft für das Vest" gründete sich auf dem Doncaster-Platz in Herten-Süd.

Aktiv - Wählergemeinschaft für das Vest

Neue Partei in Herten: Vorsitzende gibt nach sieben Tagen bereits wieder auf - das sind die Gründe

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  • Anna Lisa Oehlmann
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Eine Absperrung, Polizei und Ordnungsamt überwachen die Versammlung: Unter diesen Umständen haben Udo Surmann und seine Mitstreiter eine Wählergemeinschaft in Herten gegründet. Nun gab es schon den ersten Austritt.

  • Ratsherr Udo Surmann hat mit vier Mitstreitern eine neue Partei gegründet.
  • Auf dem Ewaldgelände trafen sie sich am Freitag (8. Mai).
  • Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt überwachten die Veranstaltung.
  • Nach wenigen Tagen tritt Rita Nowak schon wieder aus der Partei aus.

Update 22. Mai: Rita Nowak (62) und Udo Surmann (71) gemeinsam in einem Wahlbündnis – das ging nicht lange gut.

Nowak und Surmann sowie ihre beiden Lebensgefährtinnen und ein weiterer Mitstreiter hatten unter freiem Himmel auf dem Ewald-Gelände in Herten-Süd die Wählergemeinschaft „Aktiv“ gegründet.

Noch zusammen bei Aktion in Recklinghausen

Nowak übernahm den Posten der 1. Vorsitzenden, machte aber sieben Tage später bereits wieder Schluss. „Wir sind noch zusammen mit dem Fahrrad zum Copy-Shop an der Castroper Straße in Recklinghausen gefahren und waren danach bei diesem Fest am Rathaus, bei dem die bunten Fahnen gehisst wurden“, erzählt Surmann im Gespräch mit der Hertener Allgemeinen Zeitung.

Nowak hat sich ödp angeschlossen

Er meint die Aktion gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie in RE. „Da hat Rita zu mir gesagt, dass sie wieder aussteigt.“ 

Kurz darauf verkündete die Recklinghäuser Ratsfrau, deren Austritt aus der Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“ am 7. Mai ein politischer Paukenschlag war, auf ihrer Facebook-Seite, dass sie der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) beigetreten sei. 

In Herten bei null angefangen

„Mit meinen 62 Jahren konzentriere ich mich doch lieber auf Recklinghausen“, sagt Rita Nowak im Gespräch mit der Hertener Allgemeinen Zeitung zu ihren Beweggründen.

Bei „Aktiv“ hätte sie bei Null anfangen müssen, so Rita Nowak: „Satzung, Programm, Unterstützungsunterschriften... das alles in nur zwei Monaten. Das ist unheimlich schwierig. Das war mir vorher nicht so klar. Und auch auf der politischen Schiene passte das nicht so.“

Mit wechselndem Personal kennt sich Surmann aus

Udo Surmann nimmt’s locker. Häufige personelle Wechsel sind ihm vertraut. Als er noch Kopf der „Parteilosen Wählergemeinschaft“ war, überwarf er sich mit seinen Partnern Dr. Dr. Joachim Seeger und Udo Kamperdick in kürzester Zeit. 

Auch seine im Mai 2017 gegründete Fraktion mit der islamkritischen Hertener Ratsfrau Jutta Becker zerbrach bereits nach sieben Tage im Streit. 

Update 8. Mai: Mit vier Mitstreitern gründete Udo Surmann am Freitagvormittag (8. Mai) "Aktiv - die neue Wählergemeinschaft im Vest". In einer Absperrung aus Wahl-Plakaten standen die fünf Gründungsmitglieder. Surmann verlas die Satzung der neuen Partei vor einer handvoll interessierter Bürger.

CSD-Mitorganisatorin Rita Magdalena Nowak ist Teil der Wählergemeinschaft

Die Recklinghäuser Ratsfrau und Mitorganisatorin des Christopher Street Day (CSD) im Vest, Rita Magdalena Nowak, will die Wählergemeinschaft gemeinsam mit Udo Surmann aufbauen. 

Geboren als Rolf Nowak, wurde sie vor einigen Jahren zu Rita Nowak. Sie setzt sich vor allem für queere, aber auch soziale und ökologische Themen ein. Bis vor Kurzem war sie Parteimitglied der Grünen in Recklinghausen.

Gleichberechtigung ist ein Thema der Wählergemeinschaft Aktiv

Bei der Gründungs-Veranstaltung verlas Surmann einige der Schwerpunkte: "In einem demokratischen Staat sollte jeder Mensch die Gleichberechtigung erhalten. Wir sind der Meinung: Volksentscheide könnten für eine bessere Zusammenarbeit und Zusammenleben führen." 

Die Wählergemeinschaft möchte nicht nur auf kommunaler, sondern auch auf Landes, Bundes- und EU-Ebene aktiv werden, kündigte der Hertener Ratsherr an. Um dies zu manifestieren, soll es im Vorstand auch Gleichstellungs- und Migrationsbeauftragte geben.

Der Jahresbeitrag ist kostenlos, der Vorstand muss der Aufnahme eines Mitglieds zustimmen. 

Das hatten wir bisher berichtet

Als Kopf der "Parteilosen Wählergemeinschaft" schaffte Udo Surmann 2014 den Einzug in den Hertener Rat. Doch im Juli 2019 löste Surmann die Wählergemeinschaft auf. Jetzt plant der 71-jährige Westerholter den Aufbau einer neuen Partei. 

Udo Surmann

Im Gespräch mit unserer Redaktion bezeichnet Surmann sich selbst als „Rowdy“. Als früherer Polier sei er vom Bau einen rauen Ton gewohnt.

Zuletzt zog er Aufsehen und Kritik auf sich, als er im Herbst 2019 am Aufbau eines Stadtverbandes der AfD mitwirken wollte. Die jedoch verweigerte ihm schließlich eine Aufnahme vor der Kommunalwahl.

Gründungsversammlung im Glashaus?

Bei eben dieser Wahl am 13. September will Surmann jedoch wieder in den Hertener Rat einziehen. Doch erst einmal soll jetzt die besagte Partei gegründet werden, und zwar am 8. Mai. Unklar ist noch der Ort. Surmann will die Versammlung im Glashaus abhalten. Die Stadt Herten hat seinen Antrag aber noch nicht genehmigt.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Dienstag (28.04.) der Hertener Allgemeinen (ePaper und Druckausgabe). Darin äußert sich Surmann zum Beispiel zur AfD und zur TOP-Partei und dazu, welche Ämter seine Partei auch überregional anstrebt.

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