Whisky, Cola, Bier ... Diese Überreste eines Trinkgelages hat Hubert Danihelka am vergangenen Samstagmorgen im Backumer Tal auf dem Spielplatz am Rodelberg entdeckt.
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Whisky, Cola, Bier: Diese Überreste eines Trinkgelages hat Hubert Danihelka am vergangenen Samstagmorgen im Backumer Tal auf dem Spielplatz am Rodelberg entdeckt.

Hochprozentiges gefährdet Kinder

Whisky, Cola, Bier - Gelage auf Spielplatz im Backumer Tal

  • Carola Wagner
    vonCarola Wagner
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Auch in Coronazeiten können manche es nicht lassen: Der Spielplatz am Rodelberg war offenbar Schauplatz eines Trinkgelages.

Mit seinen Walkingstöcken dreht der Rentner regelmäßig seine Runden in dem Naherholungsgebiet und joggt auf der dortigen Crosslaufstrecke. „Die ist mit ihrem weichen Belag aus Rindenmulch gut geeignet für meine alten Knochen“, sagt er. Mindestens einmal die Woche hält er sich laufend fit. „Weil die Fitnessstudios wegen der Corona-Krise geschlossen sind, komme ich jetzt sogar dreimal pro Woche hier her“, berichtet der sportliche Senior.

Vergangenen Samstag war es wieder soweit: Früh um 8 Uhr strebte er dem Rodelberg entgegen. Am Spielplatz angekommen, stellte Hubert Danihelka fest, dass dort in der Nacht zuvor ein Trinkgelage stattgefunden hatte: Auf einem Tisch fand er zwei leere Whiskyflaschen, diverse Bierpullen, Cola und andere Getränke vor. Ringsum Plastikmüll: Becher, Tüten etc. Wer immer da gezecht hatte, war offenbar zu voll oder zu faul, den Partymüll zu entsorgen und das Flaschenpfand einzulösen. „Eine Schande ist das“, sagt der Rentner. „Dabei stehen hier überall Mülltonnen. Wer das Zeug hier hinschleppen kann, der soll es auch wieder mitnehmen.“

Dabei weiß er momentan kaum, was er schlimmer finden soll: Die Vermüllung oder die Tatsache, dass hier offensichtlich gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen wurde. Laut der ist nämlich unter anderem der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum generell untersagt. Darüber hinaus verbietet das Land Nordrhein-Westfalen Partys und vergleichbare Feiern. „Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich feststelle, dass sich hier Leute zusammenrotten“, erzählt Hubert Danihelka. Des Öfteren habe er Stimmgewirr am Rodelberg vernommen, welches auf Menschenansammlungen hingedeutet habe. Ob es nun Jugendliche oder ältere Leute waren, kann er nicht sagen.

Hochprozentiges ist eine Gefahr für Kinder

Bedenklich findet der Distelner bei all dem auch, dass in einigen der gefundenen Flaschen Reste hochprozentigen Alkohols waren. „Der Spielplatz ist sehr schön und gut besucht. Was, wenn Kinder solche Flaschen entdecken und daraus trinken?“ Mit den geschilderten Zuständen reiht sich das Backumer Tal in eine Reihe anderer wilder Party-Hotspots im Stadtgebiet ein: Besonders auf den Zechengeländen von Schlägel & Eisen oder Ewald, aber auch im Schlosspark oder manchen Innenstadtbereichen sind immer wieder derlei Überreste sowie Beschädigungen durch Vandalismus zu finden. „Das Problem ist offenbar schwer in den Griff zu bekommen“, sagt Hubert Danihelka. Er zeigt Verständnis: „Die Ordnungsbehörden können ja nicht überall gleichzeitig sein.“ Und lobt den Zentralen Betriebshof: „Hier wird regelmäßig aufgeräumt – aber das müsste ja alles nicht sein.“

Eine Idee, wie man das Ärgernis in den Griff bekommen kann, hat er nicht wirklich. Menschen ansprechen, die gegen Regeln verstoßen? Da müsse man schon aufpassen, um nicht zur Zielscheibe gewaltbereiter Zeitgenossen zu werden. „Ich bin bereit mich anzulegen, aber zu weit aus dem Fenster legen will ich mich nicht.“

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