Die blaue Moschee am Paschenberg in Herten, dahinter die stillgelegte Zeche Schlägel & Eisen
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Die blaue Moschee am Paschenberg in Herten, dahinter die stillgelegte Zeche Schlägel & Eisen.

Glauben in der Krise

Wie wirken sich die verschärften Corona-Regeln in Hertener Kirchen und Moscheen aus?

Ab Montag, 2. November, gelten auch in Herten in vielen Bereichen verschärfte Corona-Regeln. Doch wie sieht es in den Kirchen der Stadt aus, wie in den Moscheen?

Die evangelischen und katholischen Gemeinden in Herten richten ihre Gottesdienste streng nach den Pandemie-Vorschriften aus: Hygiene-Regeln, Abstand halten, Registrierung der Besucher und kein gemeinsames Singen. Die Maskenpflicht in den Kirchen, auch am Platz während des gesamten Gottesdienstes, gilt seit dem 17. Oktober.

Aufgrund der immer weiter steigenden Corona-Infektionszahlen stehen die Christen vor weiteren Herausforderungen. So verlegt die Gemeinde an der Hoffnungskirche ab dem morgigen Sonntag (1.11.) ihre Gottesdienste in eine andere Stadt – nach Gelsenkirchen. In der dortigen Erlöserkirche können die Hertener jetzt sonntags um 15 Uhr ihre Gottesdienste zelebrieren. Normalerweise bietet diese Kirche Platz für 1000 Gläubige, jetzt für 140.

In den meisten Kirchen in Herten ist ausreichend Platz

Auch in den Patronaten der Gemeinde St. Antonius sind die Plätze in den Kirchen coronabedingt beschränkt. Das gilt besonders für das ökumenisch genutzte Barbara-Zentrum am Paschenberg. Dort dürfen nur 33 Menschen gleichzeitig im Raum sein. In den anderen Kirchen des Patronats sei hingegen genügend Platz. „Eine Voranmeldung ist aber in jedem Fall sinnvoll“, sagt Mertens.

Eine Anmeldung für Messen und Gottesdienste in St. Martinus ist hingegen nicht notwendig, sagt Pfarrer Nobert Urbic. Ansonsten werden auch dort in allen Kirchen die strengen Hygiene-Vorschriften nebst Registrierung eingehalten, auf gemeinsamen Gesang wird verzichtet.

In der Friedenskirchewerden die Besucher fotografriert

In der evangelischen Friedenskirche gibt es zwar eine Registrierungspflicht aber bislang keine feste Sitzplatzvergabe. Deshalb sollen ab dem morgigen Sonntag (1.1.1.,) die sitzenden Gottesdienstbesucher einmal in Gänze fotografiert werden, um so eine Nachverfolgung möglich zu machen.

„Das Glaubensquartier in Scherlebeck ist schnell komplett besetzt. Dort gibt es unter Corona-Bedingungen nur 28 Sitzplätze“, sagt Andreas Wilkens, Pfarrer der evangelischen Christus-Kirchengemeinde. Diese Probleme gebe es bei Gottesdiensten an den anderen Gemeindestandorten nicht, so Wilkens.

Blaue Moschee in Herten ist seit dem 17. Oktober geschlossen

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf das Leben in den muslimischen Gemeinden in Herten. Zusammenkünfte und Gebete finden entweder gar nicht mehr oder nur unter strengsten Auflagen statt.

In der Blauen Moschee am Paschenberg gibt es schon seit dem 17. Oktober keine Treffen oder Gebetsversammlungen mehr. Wie Serkan Nurdogan, Vorstandsmitglied der Gemeinde, mitteilt, ist das Zentrum am Paschenberg seitdem komplett geschlossen. „Wir sind eine große Gemeinde und tragen Verantwortung nicht nur für unsere Mitglieder, sondern für alle Menschen in Herten“, sagt er. Normalweise finden in der Blauen Moschee bis zu 350 Gläubige Platz. In den Wochen zuvor hatte die Gemeinde die Platzzahl schon auf 125 reduziert. „Wir haben weiterhin den Muezzin-Ruf, und bieten unseren Mitgliedern an, online den Kontakt zu unserer Gemeinde zu halten“, so Nurdogan.

Markierungen in der Ditib-Moschee in Herten-Süd

Auch in der Süder Ditib-Moschee an der Ewaldstraße gelten strengste Hygiene-Auflagen. Statt sonst 250 Gläubige können dort seit der Corona-Krise nur noch 30 bis 35 Menschen beten – mit Mund-Nasen-Schutz. „Wir haben Markierungen in der Moschee, sodass immer zwei Meter Abstand gewahrt bleiben“, sagt Hasan Altun vom Gemeindevorstand. Außerdem stehe vor der Moschee in Herten-Süd ein Zelt, in dem auch gebetet werden kann. Aber das werde bisher kaum angenommen. „Viele Gemeindemitglieder bleiben aus Vorsicht ohnehin zuhause“, sagt Hasan Altun.

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