Hoher Sachschaden beim Verein

Unbekannte zerstören Oldtimer-Busse

HERTEN-LANGENBOCHUM - Unbekannte Täter haben zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen elf historische Sammler-Busse auf einem Gelände an der Schlägel-und-Eisen-Straße demoliert. Es entstand hoher Sachschaden.

Fast alle Glasscheiben sind zerstört, vom Blinker bis zur Windschutzscheibe. Die Busse gehören der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr, einem Verein von Bus-Liebhabern und Hobby-Bastlern. Die ältesten Fahrzeuge sind mehr als 50 Jahre alt. Der Verein mit Mitgliedern aus dem ganzen Ruhrgebiet hat seine Fahrzeuge auf einem nicht einsehbaren Firmengelände zwischen Langenbochum und Westerholt untergebracht. Der Vorzeigebus des Vereins, ein top gepflegter „Henschel" von 1962, sollte gestern Morgen zum Recklinghäuser Altstadtfest ausrücken und Stadtrundfahrten absolvieren. Als die Vereinsmitglieder auf das Gelände kamen, traf sie der Schlag: Unbekannte hatten alle Glasscheiben zerstört. Teilweise mit Feuerlöschern, teilweise mit einem Nothammer, wie sie üblicherweise in Bussen hängen.

Doch nicht nur diesen einen Bus nahmen sich die Täter vor. Von zwölf Fahrzeugen sind bei elf alle Scheiben zerstört - Front- und Seitenscheiben, Scheinwerfer, Blinkergläser usw. Über gewöhnlichen Vandalismus gehe das weit hinaus, meint Frank Drobner, Vorsitzender der AG Nahverkehr. „Die Täter haben nicht wild um sich geschlagen, sondern sind ganz gezielt und gründlich vorgegangen." Was die Vereinsmitglieder stutzig macht: Nur ein einziger Bus blieb verschont – ausgerechnet jener, der gerade verkauft worden ist. Dieser Umstand ließ auch die Beamten der Kriminalpolizei aufhorchen.

Für die AG Nahverkehr ist der Vorfall eine Katastrophe. Drobner: „Wir sind komplett ruiniert! Die Busse sind alle etwa 30 bis 50 Jahre alt. Da ist es schwer, an neue Scheiben zu kommen." Der Verein will nun befreundete Nahverkehrsunternehmen und andere Bekannte aus der Szene fragen, ob sie noch irgendwo alte Scheiben haben. Den materiellen Schaden schätzt Drobner auf 20 000 Euro. „Den ideellen Wert kann man überhaupt nicht beziffern." Bis die Busse wieder repariert sind, muss der Verein alle Stadtrundfahrten, Hochzeiten, Firmen- und Vereinausflüge absagen. „Durch diese Aktivitäten finanziert sich der Verein", ist Frank Drobner ratlos.

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