75 Jahre Stadt Herten

Festliche und angenehm bescheidene Feier im Glashaus

HERTEN - Festlich, aber doch angenehm bescheiden war er, der Festakt zum Jubiläum der Stadtwerdung Hertens. Nachdenklich, aber auch stolz blickten die Redner auf die Vergangenheit der Stadt zurück. Nicht zu euphorisch, jedoch zuversichtlich richteten sie ihren Blick in die Zukunft.

Geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft, dazu Vertreter aus den Partnerstädten waren ins Glashaus gekommen, um 75 Jahre Stadt Herten zu feiern. Bürgermeister Dr. Uli Paetzel betonte die Ambivalenz des Festtages. Da ist zum einen die Freude über die Stadtwerdung. Aber: „Die Nationalsozialisten haben dieses Ereignis für ihre Zwecke instrumentalisiert“, so Paetzel. Daher habe man sich bemüht, im Jubiläumsjahr kritische Aufarbeitung der Geschichte ebenso zu leisten, wie auch mit „bunten, fröhlichen Aktionen“ zu feiern. Ein Balanceakt, der auch beim Festakt gelungen ist. So erinnerte Sängerin Ingeborg Wunderlich in einem Lied an die dunkelsten Kapitel der Geschichte. Aber auch die starken Entwicklungen in der Stadt wurden unterstrichen. Nicht nur in einer sehr gelungenen Bilder-Show, die Stadtarchivarin Kirsten Noetzel und Sylvia Seelert vom Kulturbüro erarbeitet hatten. Sondern auch von Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Willi Wessel, der die Festrede hielt. Er erinnerte daran, wie aus dem kleinen Dorf Herten ab dem Ende des 19. Jahrhunderts eine prosperierende Kommune wurde, dem Steinkohlebergbau sei Dank. Und daran, wie nach den Zerstörungen im zweiten Weltkrieg durch „Solidarität und harte, ehrliche Arbeit der Wiederaufbau möglich“ wurde. Auch positive Entwicklungen aus der jüngeren Vergangenheit griff Wessel auf: die Entstehung neuer Wohnsiedlungen, die Öffnung des Schlossparks, die Errichtung des Glashauses mit seiner preisgekrönten Bibliothek. Und trotz gegenwärtiger Probleme wie Strukturwandel oder Finanzmisere: „Gemeinsam kann und wird es gelingen, die Zukunft zu meistern.“ Auch die Partnerstädte gratulierten: Eva Hughes, Civic Mayor von Doncaster, Hélène Lefebvre, stellvertretende Bürgermeisterin von Arras, Danuta Górska, Bürgermeisterin von Szczytno und Frieder Stimpel, Schneebergs Bürgermeister, der den Gästen zurief: „Was ist das schön, wieder bei Ihnen zu sein.“ Schließlich galt es noch, einige langjährige Akteure aus der Lokalpolitik für ihr Engagement zu ehren. „Stellvertretend für die vielen, die sich politisch engagieren, Freizeit opfern und oft Kritik über sich ergehen lassen müssen“, so Dr. Uli Paetzel. Zum Dank übergab er ein kleines Geschenk an Heinz Muhs, Winfried Kunert, Hans Schwarz und Karl Hildebrand. Wiederum stellvertretend für alle Hertener Bürger trugen sich der Bürgermeister selbst und Willi Wessel noch ins Goldene Buch der Stadt Herten ein. Damit ging der offizielle Teil des Festaktes zu Ende. Doch viele Gäste blieben noch lange in der Rotunde sitzen, um gemeinsam Geburtstag zu feiern.

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