Die Vestische ist im Kreis Recklinghausen unterwegs.
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Die Vestische ist im Kreis Recklinghausen unterwegs.

Trotz Defizit bei der Vestischen

VRR will die Preise nicht erhöhen – was heißt das für den Kreis Recklinghausen?

  • Michael Wallkötter
    vonMichael Wallkötter
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Nach vielen Jahren wird der VRR wegen Corona wohl auf eine Preiserhöhung verzichten. Das spielt der Vestischen bei der „Verkehrswende“ in die Karten. Doch was heißt das für den Kreis Recklinghausen?

  • 2021 soll es im VRR keine Preiserhöhung geben.
  • Vestische blickt regelmäßig auf eine finanzielles Defizit.
  • Entscheidung hat auch Auswirkungen auf den Kreis Recklinghausen.

In verlässlicher Regelmäßigkeit ist das Busfahren im Ruhrgebiet von Jahr zu Jahr teurer geworden – teilweise um bis zu vier Prozent. 2021 wird der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) allerdings wohl auf eine Preiserhöhung verzichten. Hintergrund sind die deutlich zurückgegangenen Fahrgastzahlen im Zuge der Corona-Pandemie.

Wenig Interesse an Preiserhhung während der Corona-Krise

Die Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet haben in der Corona-Krise tatsächlich wenig Interesse daran, dass Bus und Bahn teurer werden. Auch der Geschäftsführer der Vestischen Straßenbahnen GmbH, Martin Schmidt, würde es begrüßen, wenn die Preisrunde 2021 ersatzlos gestrichen würde. „Jetzt geht es darum, das Vertrauen in den öffentlichen Personennahverkehr wieder zu stärken und die Fahrgastzahlen zu steigern“, sagt er.

Derweilt nehmen auch andere Verkehrsbetriebe die aktuelle Situation auf und betreiben geschicktes Marketing - wie die BVG.

Deutlich weniger Fahrgäste als gewöhnlich

Covid-19 hat auch die Vestische arg gebeutelt. Das Fahrgastaufkommen liegt nach Angaben von Sprecherin Ewelin Reclik im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit nur bei etwas mehr als 60 Prozent (Stand Juni). Das Nahverkehrsunternehmen hofft, bis zum Ende des Jahres 80 Prozent zu erreichen. Allein zwischen März und Mai hat die Vestische ein Minus von 3,6 Mio. Euro gemacht. Die Verluste in diesem Jahr werden allerdings durch ein Förderprogramm des Bundes zu 90 Prozent ausgeglichen.

Die Kunden wanderten in Scharen ab

Auch in „normalen“ Zeiten hat die Vestische, die den Nahverkehr im Übergangsbereich zwischen Ruhrgebiet und Münsterland organisiert, die jährlichen Preiserhöhungen stets mit Argwohn betrachtet. Denn Tarifsteigerungen, die – wie im Vest jahrelang praktiziert – auch noch mit Angebotsstreichungen einhergingen, hatten das erwartbare Ergebnis: Die Kunden wanderten in Scharen ab. Im Gegensatz zu Großstädten, wo die Citys verstopft und Parkplätze rar und teuer sind, haben die Menschen im Vest nämlich noch die Alternative Auto.

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