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Gewerkschaften und Betriebsräte aus Deutschland und Frankreich kämpften gemeinsam für Herta: Adnan Kandemir (Gewerkschaft NGG/Deutschland), Aslan Gaetan (Gewerkschaft CFDT/Frankreich), Carsten Kikillus (Betriebsrat Herta), Heike Terboven (Betriebsrat Herta), Alfred Gruber (Gesamtbetriebsrat Nestlé), Dominic Lorenz (Betriebsrat Herta), Peter Hillesheim (Betriebsrat Herta), Peter Patrick (CFDT) und Christophe Kauffmann (CFDT).

Nach zehnmonatiger Suche

Käufer für Hertener Wurstfabrik Herta gefunden - offenbar keine "Heuschrecke"

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Erleichterung bei der Beschäftigten des Wurstunternehmens Herta: Nach zehnmonatiger Hängepartie steht fest, wer der neue Mehrheitsgesellschafter sein soll. Es ist offenkundig keine "Heuschrecke".

Update 21.01 Uhr:

Zwei Betriebsversammlungen sind zur Unterrichtung der Mitarbeiter anberaumt worden:
- Donnerstag (19. Dezember): 21.30 Uhr - für die Spätschicht
- Freitag (20. Dezember): 9 Uhr - für die Frühschicht

Unser bisheriger Bericht:

Der Mutterkonzern Nestlé will künftig mit der vegetarischen Marke „Garden Gourmet“ Image und Rendite verbessern. Wurst und Fleisch passen da nicht mehr ins Bild. Mitte Februar 2019 hatte Nestlé die Wurst-Sparte Herta ins Schaufenster gestellt.

Herta beschäftigt rund 400 Menschen am Hauptsitz in Herten-Langenbochum (Verwaltung/Produktion) sowie insgesamt 1450 Menschen in den beiden Werken in Frankreich. Überhaupt ist Herta auf dem französischen Markt wesentlich bedeutender als in Deutschland und dort zum Beispiel auch für Teigwaren (Nudeln usw.) bekannt.

Proteste in Deutschland und Frankreich

Nach der Ankündigung von Nestlé, Herta verkaufen zu wollen, gab es diverse Protestaktionen der Belegschaft in Deutschland und Frankreich. Bei der bundesweiten Unterschriftenkampagne „Ja zur Herta“ unterschrieben rund 10.000 Menschen. Immer wieder forderten die Gewerkschaften, dass ein möglicher Käufer aller Standorte mit allen Beschäftigten inklusive der gültigen Tarifverträge erhalten müsse und das Unternehmen ohne überzogene Renditeforderungen in eine gute Zukunft führen solle.

Am Donnerstagabend (19.12.) hat nun der Herta-Wirtschaftsausschuss getagt, in dem unter anderem Vertreter von Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft NGG (Nahrung Genuss Gaststätten) sitzen. In dieser Runde wurde als neuer Partner das spanische Unternehmen Casa Tarradellas genannt. "Partner" bedeutet: Nestlé verkauft 60 Prozent seiner Herta-Anteile an Casa Tarradellas. Beide Unternehmen bringen dann wiederum ihre Anteile in ein Gemeinschaftsunternehmen ein, ein sogenanntes Joint Venture. Die tatsächliche rechtliche Umsetzung soll in der ersten Jahreshälfte 2020 erfolgen.

Herten: Sicherheit für alle Standorte

Nach erster Einschätzung von Betriebsrats- und Gewerkschaftsseite handelt es sich bei Casa Tarradellas nicht um eine sprichwörtliche "Heuschrecke", die nur Gewinne abschöpfen oder Herta gar zerschlagen will. Vielmehr soll es sich um ein seriöses Unternehmen handeln, das für Herta Sicherheit und eine Perspektive bietet. Alle Standorte und alle Beschäftigten bleiben erhalten, ebenso die Tarifverträge.

Marktführer in Spanien

Das spanische Familienunternehmen Casa Tarradellas wurde 1976 gegründet. Es ist eines der führenden Lebensmittelunternehmen und eine der Top-10-Marken in Spanien. Casa Tarradellas ist Marktführer in allen Kategorien, in denen es vertreten ist: Pizza, Frischteigprodukte, Sandwiches, Espetec (Hartwurst), Wurstwaren und Fleischwaren. Das Unternehmen beschäftigt über 2.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 936 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Umsatz von Herta betrug im Jahr 2018 rund 667 Millionen Euro.

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