Emine Bajrami (32) und Tochter Nazmije (14) präsentieren gespendete Spielsachen im temporären Spielzeugladen in der Antoniusstraße 17 - 19.
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Emine Bajrami (32) und Tochter Nazmije (14) präsentieren gespendete Spielsachen im temporären Spielzeugladen in der Antoniusstraße 17 - 19.

Benefiz-Aktion von Friseur Almir Bajrami

Letzte Shopping-Chance ist am Dienstag

  • Carola Wagner
    vonCarola Wagner
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Viele Spielzeugspenden, die er zugunsten des Fördervereins der Christy-Brown-Schule verkauft, hat Friseur Almir Bajrami schon erhalten. Der Verkauf endet aber schon am Dienstag.

Es ist ihm eine Herzensangelegenheit Menschen zu helfen, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat, wie mit ihm: Der Hertener Friseurmeister Almir Bajrami (37) startete Anfang Dezember wieder einmal eine Benefiz-Aktion, diesmal um mit dem Erlös den Förderverein der Christy-Brown-Schule zu unterstützen. Mit gespendetem Spielzeug wollten er und seine Mitstreiterinnen Geld einnehmen, das der Verein dann in Therapiegeräte oder therapeutisches Reiten investiert oder mit dem er Zirkus- und Theaterprojekte auf die Beine stellt. All das eben, was das Budget der Schule, in der Kinder und Jugendliche mit teils schweren körperlichen und geistigen Handicaps gefördert werden, nicht hergibt.

Spielzeugspenden trudelten reichlich bei Almir Bajrami ein, nachdem unsere Zeitung einen Aufruf veröffentlicht hatte. Unterstützung fand er auch bei Hausverwalterin Karolin Jandeck aus Osnabrück: Die stellte das leer stehende Ladenlokal neben Bajramis Friseurgeschäft kostenlos zur Verfügung. Da, wo zuletzt Herrenmoden und Sportartikel verkauft wurden, stehen jetzt reichlich Spielsachen: vom Teddybär über Spiele und Bücher bis hin zu Textilien und Tretautos.

„Der Verkauf ist gut angelaufen“, berichtet der 37-Jährige. Anfang Dezember startete die Aktion. Immer montags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr hatten Kunden an der Antoniusstraße 17 - 19 Gelegenheit, das Angebot zu sichten und etwas zu erwerben. Doch damit ist bald Schluss: Der neuerliche Lockdown zwingt Geschäfte aller Art ab Mittwoch, 16. Dezember, zu schließen. Einzige Ausnahmen sind etwa Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken.

Fahrräder, Tretroller oder Skateboards laufen am besten

Zum vorerst letzten Mal haben Interessierte am Dienstag Gelegenheit, aus dem reichhaltigen Second-Hand-Angebot zu wählen. Von 10 bis 18 Uhr ist das Geschäft geöffnet. Dann muss es bis mindestens 10. Januar 2021 schließen, wie übrigens auch Bajramis Friseurgeschäft nebenan.

Doch so leicht gibt der Familienvater, der einst vor dem Krieg im Kosovo nach Deutschland flüchtete, nicht auf. Wenn der Spuk vorbei ist, soll der Verkauf weitergehen. „Die Hausverwalterin hat zugesagt, dass wir den Laden noch eine Weile nutzen dürfen“, berichtet er. Gerne nehme er auch weitere Spielzeugspenden entgegen. Allerdings habe sich herausgestellt, dass Kuscheltiere und Bücher nicht sonderlich gefragt seien bei den Kunden. „Am besten verkaufen sich Dinge wie zum Beispiel Fahrräder, Tretroller oder Skateboards. So was können wir auf jeden Fall noch gebrachen, auch gut erhaltene Anziehsachen für Kinder.“

Dringend gesucht werden auch noch Helferinnen und Helfer, die den Verkauf der Waren übernehmen, wenn es damit weitergeht. Derzeit steht Bajramis Tochter Nazmije (14) im Geschäft, und auch Ehefrau Emine (32) fasst mit an. Ob Spielzeugspenden oder Hilfsangebote: Almir Bajrami ist für potenzielle Unterstützer weiterhin unter 01 57 / 53 51 66 56 oder per E-Mail (almirbajrami@yahoo.de) zu erreichen. Er ist zuversichtlich: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Aktion am Ende ein Erfolg wird. Es ist so schön, gemeinsam etwas für andere zu tun.“

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