Maschinenhalle Scherlebeck

Vermieter wusste nichts vom Bandidos-Boxkampf

SCHERLEBECK - Großes Polizeiaufgebot bei der Box-Gala mit Bandidos in der Maschinenhalle Scherlebeck. Klaus Uhländer traute seinen Augen nicht, als er Sonntagabend diese Meldung auf der Internet-Seite unserer Zeitung las. „Für so eine Veranstaltung hätten wir die Halle niemals hergegeben“, beteuert der Geschäftsführer der „rebeq“.

Als Tochtergesellschaft der Arbeiterwohlfahrt ist die „rebeq Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft im Kreis Recklinghausen mbH“ für die Vermietung der Maschinenhalle zuständig. Zwar befindet sich die Halle im Besitz der Stadt Herten. Die hat jedoch Betrieb und Verwaltung an die „rebeq“ abgetreten. Klaus Uhländer erklärt das Vermietungsverfahren so: Bekundet jemand Interesse an der Anmietung der Räume, so nimmt rebeq-Standortleiter Christoph Kothes persönlich Kontakt auf. „Die Leute kommen dann in der Regel gucken und es wird ein Nutzungsvertrag abgeschlossen.“ Meist handele es sich um Geburtstage, Hochzeiten, Taufen oder Kunstausstellungen sowie Kultur-, Vereins- oder Parteiveranstaltungen. Im Falle der Box-Gala am vergangenen Sonntag, bei der ranghohe Mitglieder des Motorradrocker-Clubs „Bandidos“ in den Ring gestiegen sind, war der Boxverein „Fight Club Herten e.V.“ mit Sitz an der Ewaldstraße 98 als Mieter der Maschinenhalle aufgetreten. „Es hieß, dass eine Jugendsportveranstaltung geplant sei, bei der Jugendliche boxen“, berichtet Klaus Uhländer. „Als Publikum waren Eltern und Verwandte angegeben worden. Dass da Motorrad-Rocker gegeneinander antreten, war uns nicht bekannt.“ Uhländer macht deutlich: „Die Mieter haben uns in diesem Fall nicht die ganze Wahrheit erzählt. Unter diesen Bedingungen hätten wir die Halle sicher nicht vermietet.“ Unter anderem sollten Sonntagabend der Präsident des „Bandidos MC Recklinghausen“ und ein Mitglied der Dortmunder Bandidos in den Ring steigen. Zahlreiche Mitglieder des Motorrad-Clubs waren vor Ort, um die Kämpfe zu verfolgen. Für die Polizei, die vom wahren Charakter der „Jugendsport-“Veranstaltung vorab erfahren hatte, Grund genug, mit einem Großaufgebot zu erscheinen. Schließlich kommt es in der Motorrocker-Szene seit Jahren immer wieder zu gewalttätigen Zwischenfällen und Auseinandersetzungen. Von Sonntagnachmittag bis gegen Mitternacht dauerte der nicht alltägliche Einsatz der Hundertschaft in Scherlebeck. Die Lage blieb zum Glück ruhig; die Bandidos verzichteten den Beamten gegenüber auf Provokationen. „So was ist uns hier noch nie passiert“, sagt Klaus Uhländer. Schlimmstenfalls sei es mal bei einer Party so hoch hergegangen, dass danach eine gründliche Reinigung der Halle fällig geworden sei. Die rebeq habe jedoch „kein Interesse daran, in einem Atemzug mit den Bandidos genannt zu werden“.

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