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Stromausfall in weiten Teilen von Herten. (Symbolbild)

Wer haftet für den Schaden?

Massiver Stromausfall: Hertener Stadtwerke weisen die Verantwortung von sich

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In weiten Teilen von Herten fiel am Dienstag der Strom aus. Zunächst hieß es, wegen fehlerhafter Pläne seien Kabel durchbohrt worden. Jetzt weisen die Stadtwerke die Verantwortung von sich.

Update: Mittwoch, 4. Dezember 2019, 17.43 Uhr:

Wer ist verantwortlich für den massiven Stromausfall, ausgelöst durch zerstörte Stromkabel? Am Dienstag hatte die Emschergenossenschaft mitgeteilt, die Leitungen seien versehentlich angebohrt worden, weil sie in der Realität anders verlaufen als in den offiziellen Plänen der Hertener Stadtwerke eingezeichnet.

Von den Stadtwerken heißt es dazu jetzt: Das stimmt so nicht!

Es geht um die Haftung

Das Thema ist für die Hertener Stadtwerke mehr als eine Frage der Ehre. Es geht vor allem auch darum, wer für den entstandenen Schaden und die Reparaturkosten haftet.

In unserem bisherigen Bericht (siehe unten) erläuterte die Emschergenossenschaft, dass man auf der Baustelle im Bereich Resser Bach/Autobahn 2 Blindgänger gesucht habe. Bei Sondierungsbohrungen seien zwei Stromkabel durchtrennt worden. Denn sie seien in der Realität anders verlaufen als in den Plänen eingezeichnet.

Die Hertener Stadtwerke hingegen betonen nun, dass eine Tiefbaufirma im Juli 2018 Unterlagen zum Leitungsverlauf angefragt und auch erhalten habe. Bei Arbeiten vor Ort sei später aufgefallen, dass die Leitungen anders verlaufen als in den Plänen. Daraufhin habe es Ortstermine mit allen Verantwortlichen gegeben und es seien neue Pläne mit dem tatsächlichen Leitungsverlauf erstellt worden.

Korrigierte Pläne nicht angefordert

Die Bohrung sei am Dienstag aber von einem Subunternehmen durchgeführt worden. Diese Firma, so schildern es die Stadtwerke, habe es entgegen der Vorschriften versäumt, vor dem konkreten Beginn der Arbeiten die korrigierten aktuellen Pläne anzufordern. Daher wurde an einer unzulässigen Stelle gebohrt.

Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft, kündigte am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion an: „Wir werden den Sachverhalt intern im Gespräch mit den von uns beauftragten Baufirmen und gegebenenfalls Subunternehmen klären.“

Update: Dienstag, 3. Dezember 2019, 16.54 Uhr:

Jetzt steht die Ursache des Stromausfalls fest: Im Auftrag der Emschergenossenschaft sind auf der Baustelle am Resser Bach südlich der Autobahn 2 Sondierungsbohrungen durchgeführt worden. Nach Angaben der Emschergenossenschaft verliefen die Stromkabel anders als auf den offiziellen Plänen eingezeichnet. Bei den Bohrungen wurden sie um 8.47 Uhr durchtrennt. Es handelte sich um die Hauptleitungen, die die gesamte südliche Hälfte der Stadt Herten versorgen. Aktuell läuft die Reparatur.

Kreisleitstelle aktiviert Notfall-Info-Punkte

Update: 16.50 Uhr:

Die Kreisleitstelle der Feuerwehr berichtet, dass die Feuerwehr während des Stromausfalls zweimal ausrücken musste, weil Menschen in Aufzügen eingeschlossen waren.
Des Weiteren wurden die Notfall-Info-Punkte (NIP) aktiviert. Tatsächlich in Betrieb ging aber nur der NIP beim Deutschen Roten Kreuz an der Gartenstraße. Er wurde von vier Bürgern genutzt. Bevor die übrigen Hertener NIPs einsatzbereit waren, war der Strom schon wieder da.


Update: 11.55 Uhr:

Nach dem Stromausfall sind die meisten Ampelanlagen wieder in Betrieb gegangen, einige aber auch nicht. Die Ampeln an den viel befahrenen Kreuzungen Kaiserstraße/Feldstraße/Schützenstraße sowie Konrad-Adenauer-Straße/Gartenstraße/Blumenstraße sind außer Betrieb. Autofahrer sollten die Kreuzungen meiden, denn insbesondere das Abbiegen über mehrere Fahrspuren hinweg ist wegen des vielen Verkehrs kaum möglich.

Echtes Chaos herrschte während des Stromausfalls im Kaufland-Parkhaus. Die Schranke öffnete sich nicht mehr - und fast eine Stunde kam niemand raus.


Update: 9.55 Uhr:
Die Hertener Stadtwerke melden, dass die Stromversorgung jetzt in allen Stadtteilen wieder hergestellt ist. Die Ursache ist jedoch weiterhin unklar. Mitarbeiter müssen jetzt zu verschiedenen Anlagen fahren, um vor Ort nach dem Schaden zu suchen.

Update: 9.51 Uhr:

Nach und nach kommen über unsere Facebookseite jetzt viele Meldungen aus den Stadtteilen, dass nach und nach der Strom zurückkehrt. Aber in Teilen von Mitte und Süd gibt es weiterhin Probleme.


Update: 9.48 Uhr:

Das Rathaus hat jetzt wieder Strom und ist wieder regulär zu erreichen.

Kassen in den Geschäften funktionieren nicht

Update: 9.34 Uhr:

Bei uns in der Redaktion gehen massenhaft Meldungen von Betroffenen ein. Ohne Strom sind demnach weiterhin weite Teile von Herten-Mitte und -Süd.
Teilweise berichten Facebook-Nutzer, dass der Strom immer wieder zurückkommt und dann wieder ausfällt.
Menschen, die Warmwasser mit Durchlauferhitzer betreiben, haben gerade nur kaltes Wasser.
In der Grundschule Herten-Mitte haben die Schüler gerade Plätzchen gebacken. Damit ist es jetzt Schluss.
In der Hermannstraße sind fast alle Geschäfte ohne Strom. Es gibt zwar teilweise Licht, aber die Kassen funktionieren nicht.
In einigen Aldi- und Lidl-Märkten sind die Kühlregale ausgefallen.
Das Caritas-Kinderland meldet ebenfalls Stromausfall.

Update: 9.30 Uhr:
Die Hertener Feuerwache ist über die meisten Festnetz-Nummern (307-...) nicht zu erreichen, da diese über die Telefonanlage der Stadtwerke laufen und vom Stromaufall betroffen sind. Wer die Feuerwehr erreichen will, sollte die Nummer 02366/31024 nutzen.
In Notfällen gilt: 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst) und 110 (Polizei). 


Update: 9.27 Uhr:

In der Innenstadt ist weiterhin alles "tot". In den Läden läuft aktuell kein Betrieb. Bei dm und Tchibo zum Beispiel ist der Verkauf unterbrochen worden.


Update: 9.21 Uhr

Zeitweise waren auch die Hertener Stadtwerke selbst ohne Strom. Inzwischen ist der Energieversorger wieder am Netz. Wie Pressesprecherin Kerstin Walberg auf Nachfrage mitteilt, werden die Stadtteile jetzt nach und nach wieder angeschlossen. Disteln ist zum Beispiel schon wieder mit Strom versorgt, die Innenstadt noch nicht. Die Ursache ist, so Walberg, noch unklar.

Zwei Drittel der Stadt betroffen

Unser erster Bericht von 9.06 Uhr:

Große Aufregung aktuell in Herten. In Tausenden Haushalten und Betrieben ist gegen 9 Uhr der Strom ausgefallen. Betroffen sind nach bisherigen Informationen der gesamte Hertener Süden, Herten-Mitte inklusive Rathaus, Disteln, Backum und Teile von Scherlebeck. In Langenbochum, Westerholt und Bertlich hingegen ist nach bisherigem Stand der Dinge alles okay.

Die Telefonleitungen der Stadtwerke sind  völlig überlastet. Der Energieversorger arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung des Problems. Zur Ursache haben wir bisher keine Informationen.

Manche finden es "Horror", andere schön: Was man Spannendes mit Elektrizität machen kann, zeigt ein Künstler aktuell an der Kaiserstraße.

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