Öpel-Stopp

Entwarnung für den Radweg - teilweise

HERTEN - Öpel heißt der Fördertopf, aus dem zum Beispiel der Fahrradweg zwischen Halde Hoheward und Zeche Westerholt bezahlt war. Groß war die Sorge daher, als die Landesregierung jetzt meldete, der Öpel-Topf sei leer. Doch für den Radweg gibt es zumindest teilweise Entwarnung.

Öpel bedeutet Ökologieprogramm Emscher-Lippe. Den entsprechenden Fördertopf füllen die Europäische Union und das Land NRW gemeinsam. Doch jetzt treten die Geldgeber kräftig auf die Kostenbremse. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) ließ allen Städten über die Bezirksregierung Münster per Rundbrief mitteilen, dass der Topf leer sei. Lediglich Projekte, für bereits ein rechtskräftiger Förderbescheid erteilt sei, dürften vollendet werden. Darüber hinaus gebe es nichts mehr. Auch nicht, falls genehmigte Projekte im Nachhinein teurer werden. Kein Wunder, dass in Herten und Recklinghausen große Sorge herrschte. Von den 7,6 Millionen Euro, die der Radweg auf der früheren Zechenbahntrasse kosten soll, kommen sechs Millionen aus dem Öpel-Topf. Den Rest bringt der Regionalverband Ruhr (RVR) auf. Während der Recherchen unserer Zeitung schoben die Verantwortlichen den „Schwarzen Peter“ immer weiter: der RVR ans Umweltministerium, dieses ans Wirtschaftsministerium, weiter zum Verkehrsministerium. Es stand die Befürchtung im Raum, dass nach dem zweiten von vier Bauabschnitten (Eröffnung am 28. Juni) Schluss sein könnte und dass dann sanierte Brücken in der Landschaft stehen, zu denen mangels Geld kein Radweg führt. Diesen Schuh wollte sich kein Ministerium anziehen. Dann hatte RVR-Sprecherin Barbara Klask plötzlich doch eine gute Nachricht parat: Für alle vier Bauabschnitte sei die Förderung gesichert. Anders als etwa beim Radweg auf der Essener Rheinbahn-Trasse. Probleme gibt es dennoch: Nach dem Öpel-Stopp droht der langfristigen Fortführung des Radwegs im Norden von Westerholt nach Gelsenkirchen und im Süden durch den Tunnel unter der Halde Hoheward das Aus. Mehr noch: Die Sanierung von acht Eisenbahnbrücken, über die der Radweg künftig führen soll, wird offenbar teurer als veranschlagt. Davon geht man beim RVR aus, wie unsere Zeitung erfuhr. Doch Umweltminister Remmel schließt, wie erwähnt, einen finanziellen „Nachschlag“ aus. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Oberbürgermeister und Landräte haben Remmel einen Protestbrief geschickt. RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel will persönlich beim Minister vorstellig werden. Der Recklinghäuser SPD-Chef und Landtagsabgeordnete Andreas Becker kündigte an, alle Gesprächsdrähte anzuzapfen, um die Realisierung des Radwegs in trockene Tücher zu bringen. „Es wäre ein Irrsinn, wenn der Komplettausbau nicht gelingt.“

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