Auch Hertener Bauern protestierten in der Nacht vor Aldi.
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Auch Hertener Bauern protestierten in der Nacht vor Aldi.

Protest-Aktion vor Aldi in Herten

30 Trecker rattern hupend durch die Nacht - Junge Bauern schlagen Alarm

Die niedrigen Milch-Preise beschäftigen auch Tom (16) und Ben (14) Godde, die zu Hause auf einem Bauernhof leben. Darum schlossen sie sich dem Protest vor Aldi an.

  • Zwei junge Hertener sind dabei, als ein Protestzug aus Traktoren und Autos durch die Stadt fahren. 
  • Vor der Aldi-Zentrale an der Hohewardstraße üben sie friedlichen Protest aus.
  • Das Ziel der Landwirte: Faire Preise für ihre Milch erhalten.

Tom (16) und Ben (14) Godde haben eine Vision: Die beiden wünschen sich, dass sie als Landwirte auch in Zukunft davon leben können. Und dazu braucht es faire Preise für die Milch, die sie auf dem heimischen Hof in Herten-Disteln produzieren. Darum machten sie sich Sonntagnacht (8.3.) auf zur Hertener Aldi-Zentrale an der Hohewardstraße.

Bauern protestieren an Zentrallager bei Aldi in Herten

Wie das Magazin Agrarheute berichtet, widerspricht Aldi dem Vorwurf, die Corona-Krise zu nutzen, um die Milchpreise weiter nach unten zu drücken. 

Mit dem Trecker Konvoi durch Herten

Doch auf diese Idee sind sie nicht aus dem Nichts gekommen. Sie schlossen sich mit ihrem Trecker einem Konvoi der Organisation „Land schafft Verbindung“ an. Gemeinsam mit Landwirten aus Borken, Wesel und Gelsenkirchen tuckerten sie über die Feldstraße, die Schützenstraße unddie Ewaldstraße in Richtung des Süder Industriegebiets zur Aldi-Zentrale. Mit ihren Hupen machen die 30 großen Fahrzeuge sowie 20 Autos auf sich und ihr Anliegen aufmerksam. Auch in Datteln protestierten die Bauern mit einem Großaufgebot.

Friedlicher Protest der Landwirte

Vor dem Aldi-Lager bauen sie zwei Pavillons und Bierzeltgarnituren auf. Bald glüht der Grill und es gibt Getränke. Ein friedlicher Protest ist ihnen wichtig. Gegen 23 Uhr Sonntagnacht löst sich die spontane Versammlung auf.

Der Hof von Bauer Godde in Herten Disteln

110 Milchkühe stehen derzeit auf dem Hof in Herten-Disteln. „Wir produzieren durchschnittlich 3800 Liter Milch pro Tag", sagt Karl Godde. 33 Cent gibt es für ihn pro Liter Milch. „Das ist wenig. 2018 waren es fast 40 Cent“, sagt Godde. Ein, zwei Cent mehr oder weniger pro Liter – das klingt wenig, mindert oder mehrt seinen Ertrag jedoch um fünfstellige Euro-Beträge pro Jahr. „Strom und alles wird teurer – wir möchten für unsere Milch vernünftige Preise erzielen!“, sagt Godde.

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