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Zufrieden mit dem Ergebnis der Renaturierung des Loemühlenbach-Abschnitts in der Ried sind (v. l.) Anwohner Stephan Pelz, Projektleiterin Monika Siemund und Götz Fischer, Chef der Unteren Wasserbehörde beim Kreis.

Renaturierung in der Ried

Loemühlenbach plätschert wieder vor sich hin

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HERTEN-RIED - Man muss der Natur ihren Lauf lassen: Wie dies geflügelte Wort in gewachsener Wirklichkeit aussieht, kann man an der Backumer Straße beobachten. Am hübschen Ufer des Loemühlenbachs haben sich Gräser, Weiden und Erlen angesiedelt. Dass das so ist – und der Bach an dieser Stelle überhaupt zu sehen ist –, ist dem Landesprogramm „Lebendige Gewässer“ zu verdanken, mit dessen Hilfe der Kreis den Bach „entfesselt“ hat.

Genauer gesagt: Die Untere Wasserbehörde hat den Bach von langen Rohren befreien und ihn im Zuge dessen auch verlegen lassen – wir berichteten. Das Projekt begann im Frühjahr 2011 und kostete rund 150 000 Euro – zehn Prozent davon zahlte der Kreis aus zweckgebundenen Naturschutzgeldern, den Rest finanzierte das Land Nordrhein-Westfalen. Für die Renaturierung gemäß der europäischen Gewässerrichtlinie stellten die Eheleute Pelz rund 2 000 Quadratmeter ihres Grundstücks zur Verfügung. Unter anderem wurde an der Backumer Straße eine neue Betonbrücke gebaut. Davor, darunter und dahinter plätschert der Bach nun munter vor sich hin.

Fische könnten sich ansiedeln

„Viel besser“, kommentiert Stephan Pelz den Ist-Zustand. „Vorher war hier ja kein Gewässer, nur die Erdleitung.“ Die ist zwar immer noch da, dient aber lediglich der Entwässerung des jetzt auch wieder schlammfreien Löschwasser-Teichs in der Ried.

„Wir sind zufrieden mit dem, was hier umgesetzt wurde“, bilanziert Götz Fischer, Chef der Unteren Wasserbehörde. Projektleiterin Monika Siemund ergänzt: „Vor allem bin ich begeistert davon, was sich hier von alleine angesiedelt hat.“ Viele Gewässerinsekten hat sie beobachtet, unter anderem Bachflohkrebse und Köcherfliegenlarven. Entwickelt sich der Bachlauf so weiter, könnten in einigen Jahren wieder Fische durch den Loemühlenbach in der Ried schwimmen: Groppen, Schmerlen und Stichlinge zum Beispiel. „Das dauert einige Jahre, bis sich die natürliche Artenvielfalt einstellt“, sagt Götz Fischer. Die Voraussetzungen dafür sind jetzt wieder gegeben.

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