Schreiben von Genossenschaft

Friedhofsgärtner verbinden Bestattungswald mit Faschismus

HERTEN-WESTERHOLT - In Westerholt soll ein Bestattungswald für Urnengräber entstehen. Dagegen stellt sich nun die Genossenschaft der Gelsenkirchener Friedhofsgärtner. Sie betrachtet die Bestattungsform als "völkisch-rassistisch" und "faschistisch". Von Seiten der Politik kommen bereits empörte Reaktionen.

Die Genossenschaft der Gelsenkirchener Friedhofsgärtner wirft der Hertener Stadtverwaltung und dem Rat vor, eine völkisch-rassistische Weltanschauung und eine faschistische Bestattungskultur zu fördern.

In einem Waldgebiet von Graf Westerholt soll ein Bestattungswald angelegt werden. Unter den Bäumen können dann Urnen beigesetzt werden. Am Dienstag wird der Rat voraussichtlich der Stadtverwaltung den Auftrag erteilen, die Planungen so weit auszuarbeiten, dass nächstes Jahr die Gründung des Bestattungswaldes beschlossen werden kann.

Kurz vor der Ratssitzung haben jetzt offenbar alle Hertener Ratsmitglieder Post von der Genossenschaft der Gelsenkirchener Friedhofsgärtner (FGG) erhalten. FGG-Geschäftsführer Andreas Mäsing fragt darin: „Können wir es uns in der heutigen Zeit erlauben, in der Rechtsextremismus leider wieder zu einem täglichen Thema in den Medien und der Politik werden muss, versteckte Symbolik von ,völkisch-rassistischer Weltanschauung‘ unbewusst zu fördern?“

Mäsing beruft sich dabei auf einen Artikel auf der Internetseite des Radiosenders WDR 2. In diesem Artikel über Bestattungswälder wird Professor Reiner Sörries, Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel, mit folgenden Worten zitiert: „Zwischen den romantischen und sympathisch-esoterischen Verhaltensmustern schimmert nur allzu oft der Hauch völkisch-rassistischer Weltanschauung durch“. Denn bei einer Naturbestattung sei auch der Gedanke an Wiedergeburt gegenwärtig – und somit ein „zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Kulturideologie“.

Joachim Jürgens wirft in einem Antwort-Schreiben der Friedhofsgärtner-Genossenschaft „Perversion von üblen Geschäftsinteressen“ vor.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg / dpa

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