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Der Prozess gegen den Hertener Todesfahrer wurde am Gericht in Bochum fortgesetzt. 

Familienvater unter Mord-Anklage

Todesfahrt in Recklinghausen: Am zweiten Prozesstag kommen brisante Enthüllungen ans Licht

Ein Hertener Familienvater fuhr im Dezember an einer Bushaltestelle in Recklinghausen in eine Meschenmenge. Eine Frau starb. Nun wurde der Prozess forgesetzt. 

Wie nun bekannt wurde, stand der psychisch kranke Angeklagte vor der Todesfahrt offenbar kurz vor der Abschiebung in seine Heimat Bosnien-Herzegowina. 

Zudem kamen Diskussionen auf, ob der 33-Jährige Hertener seine Krankheit eventuell nur „simuliert“ habe. 

Wie zum Prozess-Auftakt, äußerte sich der Familienvater auch dieses Mal nicht zu den Vorwürfen. 

Überdosis Anti-Depressiva-Tabletten

Am Tag nach der Tat im Dezember hatte der vorbestrafte Mann in den Räumen der LWL-Klinik in Herten noch in Beisein eines Vernehmungsbeamten ausgesagt: „Ich wollte mir das Leben nehmen und mich im Rhein-Herne-Kanal ertränken.“ 

Kurz vor der Todesfahrt habe er daher extra eine Überdosis seiner Anti-Depressiva-Tabletten eingenommen, sich ins Auto gesetzt und sei dann losgefahren. 

Vor der Autofahrt Brief erhalten

Dann sei er eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als "die Leute um mich herum geschrien haben. Als ich gesehen habe, dass da ein Mensch blutet, bin ich fast in Ohnmacht gefallen.“ 

Am zweiten Prozesstag wurde bekannt, dass der 33-Jährige wohl nur wenige Tage vor der Autofahrt einen Brief erhalten hatte, wonach er „vollziehbar ausreisepflichtig“ ist. 

Bei der Vernehmung bei der Polizei wurde der 33-Jährige in diesem Zusammenhang schon damals gefragt, ob er wisse, was ein „Simulant“ ist. Als dieses Thema am Mittwoch im Prozess aufkam, wurde der Angeklagte sofort unruhig und gestikulierte. 

Zum Hintergrund: 

Laut Anklage war der 33-Jährige am 20. Dezember 2018 ungebremst mit seinem Wagen in eine vor der Bushaltestelle „Paulusstraße“ wartende Menschenmenge gerast. Eine 88 Jahre alte Rentnerin wurde getötet, sieben Passanten verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat den Hertener wegen vollendeten Mordes sowie siebenfachen Mordversuchs angeklagt. Neben einer Haftstrafe steht auch die unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie im Raum. Der Prozess wird Mitte Juli fortgesetzt.

Von Werner von Braunschweig

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